Spitzelaffäre bei Landesbank: Hilmar Kopper droht Debakel bei HSH Nordbank - Seite 3

Spitzelaffäre bei Landesbank: Hilmar Kopper droht Debakel bei HSH Nordbank

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Hat sich zu viele Feinde Quelle: dpa
Hat sich zu viele Feinde gemacht. HSH Nordbank-Chef Nonnenmacher Quelle: dpa

Auch bei seinen engsten Kollegen? Es ist zumindest merkwürdig, dass in den vergangenen zwei Jahren eine große Zahl von Top-Managern unter dubiosen Umständen die Bank verlassen hat, während solche Trennungen andernorts geräuschlos stattzufinden pflegen.

Zwei Vorstände mussten 2009 aufgrund eines Gutachtens der Anwaltskanzlei Freshfields gehen. Sie waren danach an einer „Omega“ benannten Transaktion beteiligt, mit der die Bank versuchte, Risiken aus ihrer Bilanz zu schaffen. Das ging schief und kostete die HSH einige Hundert Millionen. Während Nonnenmacher offiziell als weniger belastet gilt, sehen andere in ihm sogar die treibende Kraft hinter dem Geschäft. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nach wie vor wegen Untreue — auch gegen Nonnenmacher.

Unbegründeter Wiederspruch

Dem Vorstand Frank Roth wurde Anfang 2009 fristlos gekündigt. Die Umstände wurden erst jetzt bekannt: Ein Sicherheitsexperte soll eine Wanze in Roths Büro platziert haben und sogar in seine Wohnung eingedrungen sein. Zudem soll mit präparierten Dokumenten der Eindruck erweckt worden sein, Roth habe Interna der Bank an die Presse verraten. Der Sicherheitsberater hat dieser Darstellung inzwischen widersprochen. Das Verfahren gegen Roth hat die Staatsanwaltschaft eingestellt. Die HSH hat dagegen Widerspruch eingelegt, diesen aber bisher nicht begründet. Gleichzeitig hat die Behörde Ermittlungen wegen falscher Verdächtigungen gegen die Verantwortlichen der Bank aufgenommen.

Der Leiter der New Yorker Niederlassung musste ebenfalls gehen, auch ihm wurde 2009 gekündigt. Schon vorher soll es gegen den Mann interne Untersuchungen wegen angeblicher Sexaffären und gefälschter Spesenabrechnungen gegeben haben. Beide hätten kein Ergebnis gebracht, heißt es. Eine von der Bank beauftragte Sicherheitsfirma entdeckte dann im Büro des Managers einen versteckten Zettel mit Zugangsdaten zu einem E-Mail-Konto. Dort fand sich kinderporno-grafisches Material. Ein von der Bank in Auftrag gegebenes Gutachten sieht den Manager eher als Opfer denn als Täter. Die Bank hat sich mit ihm verglichen.

Dem Kontrollfanatiker Nonnenmacher scheint die Kontrolle über die Bank entglitten zu sein. Wenn sich die Vorwürfe nur teilweise bestätigen, dürfte er kaum noch zu halten sein, selbst wenn er von den Vorgängen im Detail nichts wusste. Die angeblich daran beteiligten HSH-Manager – der Chef der Rechtsabteilung und die frühere Leiterin der Konzernkommunikation – waren ihm direkt unterstellt. Zudem sind selbst höchst vertrauliche Dokumente innerhalb kurzer Zeit an die Öffentlichkeit gelangt. Nonnenmacher hat sich ganz offenkundig zuviele Feinde gemacht. Ein Freund namens Kopper allein wird da nicht viel nutzen.

6 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 10.09.2010, 09:09 UhrAnonymer Benutzer: Unterwasserexplosion

    Nonnenmacher und Kopper waren und sind Teil des Problems. Vampire mit der Leitung einer blutbank zu beauftragen - dies geht in schöner Regelmäßigkeit daneben!

  • 10.09.2010, 02:20 UhrAnonymer Benutzer: Für Nüsse

    Kopper verfährt nach der Devise.

    Niemand aus meinen Reihen hat schwarze Füße, denn dann könnte auch ich als einer mit schwarzen Füßen und als unfähiger erkannt werden, denn mir ist nicht aufgefallen, dass er schwarze Füße hatte.

    So sehe ich das. Der Mann ist uralt und hat mit den heutigen beweglichen Medienlandschaften und allem drum und dran nichts mehr am Hut.
    Es ist ein patriachenartiger Dickkopf, der lieber auf dem Golfplatz sein können darstellen sollte.

  • 09.09.2010, 20:13 UhrAnonymer Benutzer: Detlev

    Jaja, die Kampagne ist doch sehr durchsichtig: Die Privatbanken sind sicherlich gute Anzeigenkunden. Die wollten die Landesbanken schon immer los sein. Das hat man ja bei den Eigenkapitalregelungen der EU gesehen. Wer das angeleiert hat ist doch klar !

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