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Spitzelaffäre bei Landesbank: Hilmar Kopper droht Debakel bei HSH Nordbank

von Cornelius Welp

Hilmar Kopper hält trotz aller Vorwürfe am Chef der HSH Nordbank Jens Nonnenmacher fest. Die letzte Etappe in der langen Karriere des einstigen Deutschbankers könnte als Debakel enden.

HSH-Chef Quelle: dpa
HSH-Chef Nonnenmacher hat zunehmend die Kontrolle über die Bank verloren Quelle: dpa
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Es klang verdächtig, als täte sich hier jemand gehörig selber leid, als Dirk Jens Nonnenmacher am vorvergangenen Freitag der Öffentlichkeit sein Herz öffnete. „Erschütternd“ sei es, mit welch „unglaublichen und perfiden Vorwürfen“, mit „Gerüchten und vagen Unterstellungen“ die Arbeit von Monaten gefährdet werde, klagte der Mathematiker an der Spitze der HSH Nordbank vor Journalisten. Er selber habe sich das doch alles mal ganz anders vorgestellt, als er dort als Finanzvorstand anheuerte: An die Börse wollte er das Institut bringen, nach Milliarden-verlusten infolge der Finanzkrise habe er die Bürde übernommen, es neu aufzurichten.

Statt Dankbarkeit nun das: Eine Bespitzelungsaffäre auf höchster Ebene plagt das Institut, womöglich fingierte Kinderpornogerüchte zeichnen ein Bild der HSH als Intrigantenstadel, und zu allem Überfluss kommt im ersten Halbjahr erneut ein dreistelliger Millionenverlust – die Luft für den ohnehin höchst umstrittenen Bankchef wird immer dünner.

Unterstützung durch "Mr Deutschland AG"

Einer jedoch steht in tiefer Treue zu Nonnenmacher - sein Aufsichtsratsvorsitzender, der frühere Vorstandschef der Deutschen Bank, Hilmar Kopper. Der HSH-Boss, wird Kopper nicht müde zu erklären, genieße sein „uneingeschränktes Vertrauen“. Auch gegen die jüngsten Vorwürfe hat der große alte Mann der deutschen Finanzbranche Nonnenmacher in Schutz genommen. Vorerst.

Die Unterstützung durch „Mr Deutschland AG“, der im Laufe seiner Karriere in nicht weniger als 61 Aufsichtsgremien saß, geht so weit, dass der 75-Jährige sein eigenes Verbleiben bei der HSH von dem Nonnenmachers abhängig gemacht hat. Und damit indirekt auch das Schicksal der Bank: Sollten beide gehen, so die unausgesprochene Drohung, versänke die Bank, die vor Koppers Amtsantritt über Monate vergeblich neue Vorstände suchte, endgültig im Chaos. Bisher soll sich Kopper nicht mit der Suche nach einem Nachfolger für Nonnenmacher beschäftigt haben.

Kopper-Kennern ist dieses Verhalten bekannt. So hielt er etwa am früheren Daimler-Chef Jürgen Schrempp und seinen geplatzten Träumen von der „Welt AG“ auch dann noch fest, als dieser eigentlich schon nicht mehr zu halten war. Kopper, so heißt es damals wie heute, empfinde nur den Vorstandsvorsitzenden als Ansprechpartner. Die anderen Vorstände hätten kaum Zugang zu dem Mann gefunden, der der breiten Öffentlichkeit vor allem wegen seiner „Peanuts“-Äußerung nach der Pleite des Immobilienunternehmers Jürgen Schneider im Gedächtnis ist.

In der Deutschen Bank gilt Kopper zwar nicht als so bedeutender Chef, wie es sein Vorgänger Alfred Herrhausen war, aber doch als wichtiger Weichensteller. 2006 hatte er sein letztes Amt in der Wirtschaft aufgegeben. Damals hieß es, er wolle nun in Ruhe den Lebensabend mit seiner Frau, der Witwe Willy Brandts, verbringen, lesen und wandern.

6 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 10.09.2010, 09:09 UhrAnonymer Benutzer: Unterwasserexplosion

    Nonnenmacher und Kopper waren und sind Teil des Problems. Vampire mit der Leitung einer blutbank zu beauftragen - dies geht in schöner Regelmäßigkeit daneben!

  • 10.09.2010, 02:20 UhrAnonymer Benutzer: Für Nüsse

    Kopper verfährt nach der Devise.

    Niemand aus meinen Reihen hat schwarze Füße, denn dann könnte auch ich als einer mit schwarzen Füßen und als unfähiger erkannt werden, denn mir ist nicht aufgefallen, dass er schwarze Füße hatte.

    So sehe ich das. Der Mann ist uralt und hat mit den heutigen beweglichen Medienlandschaften und allem drum und dran nichts mehr am Hut.
    Es ist ein patriachenartiger Dickkopf, der lieber auf dem Golfplatz sein können darstellen sollte.

  • 09.09.2010, 20:13 UhrAnonymer Benutzer: Detlev

    Jaja, die Kampagne ist doch sehr durchsichtig: Die Privatbanken sind sicherlich gute Anzeigenkunden. Die wollten die Landesbanken schon immer los sein. Das hat man ja bei den Eigenkapitalregelungen der EU gesehen. Wer das angeleiert hat ist doch klar !

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