Sportartikel: Adidas überarbeitet seine China-Pläne

Sportartikel: Adidas überarbeitet seine China-Pläne

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Adidas Vorstand Herbert Hainer lehnt in Herzogenaurach an den Lettern des Firmenlogos. In Peking hat er nun die neuen China-Pläne bekannt gegeben

von Matthias Kamp

China ist für den deutschen Sportartikelhersteller Adidas weltweit einer der wichtigsten Märkte. In der Boomstadt Shanghai erläutert Vorstandschef Herbert Hainer seine neue Strategie fürs Reich der Mitte.

Der Wohlstand ist in Shanghai mit Händen zu greifen. Im Stadtteil Puxi im Westen der Stadt rollen Porsche der Modellreihe Cayenne und S-Klassen von Mercedes durch die Hochhausschluchten. Unten in  den Gebäuden haben sich Luxuslabel wie Prada oder Bulgari eingerichtet. Im schicken Hotel Intercontinental bevölkern Scharen chinesischer Geschäftsleute den Coffee Shop im Erdgeschoss und schmieden ihre Deals.

In einem der Zimmer weiter hinten sitzt an diesem Morgen Adidas-CEO Herbert Hainer. Er will künftig vom neuen Reichtum in China wieder stärker profitieren und hat darum seine Strategie für den Wachstumsmarkt China überarbeitet. „Das Jahr 2009 und die ersten sechs Monate des laufenden Jahres waren sehr herausfordernd“, sagt Hainer. Auch Adidas habe in China die Finanzkrise zu spüren bekommen. Mit Wachstumsraten von 50 Prozent und mehr war es für den deutschen Sportartikelhersteller mit dem Ende der Olympischen Spiele 2008 vorbei – und mit der Euphorie auch, wie Hainer einräumt. „Diese Zeiten kommen auch nicht wieder“, sagt der Deutsche und lacht, „dafür sind wir einfach schon zu groß.“

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Boden an die Konkurrenz abgegeben

Immerhin: Seit ein paar Monaten geht es in China, wo die Einzelhandelsumsätze jeden Monat um durchschnittlich 16 Prozent steigen, wieder aufwärts für Adidas, und Hainer freut sich. Im dritten Quartal ist der Konzern in China um neun Prozent gewachsen. Im kommenden Jahr soll der China-Umsatz die Marke von einer Milliarde Euro überspringen. Ab dann will das Unternehmen in China seinen Umsatz mit zweistelligen Raten steigern, verspricht Hainer.

Das muss das Unternehmen auch, denn die Deutschen haben seit 2008 Boden an die Konkurrenz abgegeben. Li Ning hat Adidas von Platz Zwei der wichtigsten Anbieter verdrängt. Der chinesische Hersteller hat zuletzt mit ansprechendem Design, verbesserter Qualität und günstigen Preisen gepunktet. Nike hält nach wie vor Rang Eins. Im kommenden Jahr werde Adidas den zweiten Platz zurückerobert haben; im Jahr 2015, verspricht Hainer, werde Adidas der größte Sportartikelanbieter in China sein. „Wir werden Nummer Eins.“

Das vor den Olympischen Spielen verkündete Ziel, in China jedes Jahr 1000 neue Läden aufmachen zu wollen, hat Adidas nicht erreicht. Derzeit haben die Deutschen 5600 Geschäfte im Reich der Mitte. Bis Ende 2015 sollen jedes Jahr 500 neue hinzukommen. Doch Hainer und sein Team haben die Struktur des Händlernetzes verändert. Geschäfte, die keinen Profit machen haben die Deutschen geschlossen. Außerdem kündigt Hainer in Shanghai an, Adidas werde die Franchise-Nehmer in China künftig stärker kontrollieren, beispielsweise auch die Buchhaltung. Nur 112 der Adidas-Geschäfte in China betreibt der Konzern in Eigenregie. Der Rest wird als Franchise betrieben.

Viel Potenzial sieht Hainer in China für die neue Jugendmarke Neo. Bereits 700 Läden im Reich der Mitte bieten bereits die schrillen Modeartikel für den kleinen Geldbeutel an.

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