Sportartikel/Lifestyle: Pumas geheime Pläne für mehr Wachstum

Sportartikel/Lifestyle: Pumas geheime Pläne für mehr Wachstum

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Puma-Boot "Il Mostro" (links): Gut 20 Millionen Euro kostete der Segeltrip rund um die Welt

Schleichgang statt Sprünge – interne Pläne zeigen, wie und wo der Sportartikel- und Lifestyle-Konzern Puma künftig wachsen will.

Glück für Skipper Ken Read und seine Crew. Plötzlich ist sie da, diese Böe, die dem Boot vor ihm so sehr ins Großsegel packt, dass dieses sich im Radargerät verfängt und das Tempo drosselt. Endlose 30 Sekunden verstreichen, bis das Segel frei ist – Sekunden, die Read nutzt, um mit „Il Mostro“ vorbeizuziehen. Endlich schaffen er und seine Crew vom Puma Ocean Racing-Team es mal ganz nach oben auf das Siegertreppchen beim Volvo Ocean Race, dem längsten und härtesten Segelrennen der Welt, das am letzten Wochenende dieses Monats endet.

Puma-Chef Jochen Zeitz braucht solche Siege seines schwarz-roten Rennbootes wie den am vorvergangenen Wochenende vor Stockholm. Immerhin 20 Millionen Euro gibt der Sport- und Lifestyle-Konzern aus dem fränkischen Herzogenaurach schätzungsweise allein für das Boot und das Team aus, und das mitten in der größten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten. Da sollte sich der 70.000-Kilometer-Segeltrip rund um die Welt tunlichst rechnen.

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Puma-Chef muss Gas geben

Das teure Spektakel auf hoher See ist eines der zentralen Elemente in Zeitz’ Wachstumsplänen, mit denen er die Flaute zu überwinden hofft. Denn der Puma-Chef, der seit 1993 an der Spitze des Konzerns steht und dessen Vertrag noch bis 2012 läuft, muss nach einem mageren, von Sondereffekten geprägten ersten Quartal Gas geben. Noch immer hält Zeitz, dessen Unternehmen seit 2007 mehrheitlich dem französischen Luxuskonzern PPR gehört, daran fest, in Puma stecke Potenzial für einen Umsatz von vier Milliarden Euro: „Das ist unser Potenzial, und davon wollen wir in der Zukunft so viel wie möglich ausschöpfen.“ Heute liegt er bei 2,5 Milliarden Euro. Wann die vier Milliarden erreicht werden, da hält sich Zeitz bedeckt.

Zuwachsraten lassen nach

Damit räumt er ein, dass er sich in den kommenden Jahren wohl eher in Bescheidenheit üben muss. Nachdem der Konzern in den vergangenen 14 Jahren stets beim Umsatz zulegte, davon zehn Jahre lang mit zweistelligen Zuwachsraten, ist nun erst einmal Schluss mit der Jagd nach Rekorden. Ein forscher Ausbau zum Konzern gehörender Töchter wie der skandinavischen Freizeitmarke Tretorn steht derzeit ebenso wenig auf der Agenda wie große Zukäufe.

Stattdessen soll Puma sich, wie interne Pläne zeigen, auf seine eigenen Kräfte besinnen und sich auf drei Feldern an die vier Milliarden Euro heranrobben: vor allem durch Wachstum in den Geschäftsfeldern Laufen, Fußball und im neuen Segment Outdoor. Zwar steht der Konzern, der das Wachstum aus eigener Kraft und ohne riskante Zukäufe stemmte, finanziell sehr solide da: „Puma sollte immer mindestens eine Restrukturierung in der Portokasse haben“, sagte Zeitz der WirtschaftsWoche. Doch wie alle Konsumgüterhersteller bekommt die Raubkatze die Krise zu spüren.

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