Sportartikel: Üble Blutgrätsche für Adidas-Chef Hainer

KommentarSportartikel: Üble Blutgrätsche für Adidas-Chef Hainer

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Das Logo des Sportartikelherstellers adidas

Lange Zeit lief es für Adidas wie am Schnürchen - der Umsatz stieg, die Gewinne sprudelten, Europas größter Sportkonzern stürmte von einem Rekord zum nächsten. Doch die globale Krise grätscht Vorstandschef Herbert Hainer nun übel in die Beine.

In Herzogenaurach können sie heute noch einmal feiern: Die Zahlen für 2008 sind ein neuer Rekord für Adidas, nie zuvor verbuchte der hinter Nike zweitgrößte Sportkonzern der Welt - Olympia in Peking und Fußball-EM sei dank - mehr Umsatz und Gewinn.  Doch nach Sektduschen ist in Franken derzeit garantiert keinem  zumute - zu ungewiss sind die weiteren Aussichten. Die globale Krise macht auch vor dem Drei-Streifen-Konzern nicht halt. Vorstandschef Herbert Hainer rechnet für das neue Geschäftsjahr damit , dass der Konzerumsatz schrumpft. Für Hainer und Adidas eine völlig veränderte Welt - jahrelang ging es aufwärts. Das sah teilweise so spielerisch aus wie beim FC Bayern München in seinen besseren Tagen. Einzig der beständig schwächelnde Drei-Milliarden-Zukauf Reebok trübte das Bild.

Für Reebok kommt es knüppeldick

Nun rauscht allerdings die Krise dem erfolgsverwöhnten Konzern mit einer Blutgrätsche in die Beine wie ein Vorstopper der ganz alten Schule dem Bayern-Star Luca Toni. Selbst die Hauptmarke Adidas bekommt das zu spüren, das lässt sich an den rückläufigen Auftragsbeständen ablesen. Zwar verzerrt das vergangene Supersportjahr mit seinen Großereignissen das Bild. Doch in den vergangenen Jahren war es Hainer mit neuen Produkten und Innovationen stets gelungen, die Durststrecke zwischen den  Olympia- und WM-Jahren auf hohem Niveau  zu überstehen und den Umsatz zu halten.

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Das wird 2009 nicht möglich sein. Besonders für Reebok kommt es knüppeldick: Die neuen Konzepte sind zwar unterwegs - der Zukauf soll verstärkt Frauen ansprechen -, doch noch hat die Marke kein neues scharfes Profil entwickelt. Ob ihr das ausgerechnet in der fetten Krise gelingt? Skepsis ist angesagt.

Hainer muss eingeschlagenen Kurs fortsetzen

Nur: Was bleibt Hainer anderes übrig, als den einmal eingeschlagenen Kurs fortzusetzen? Bevor Adidas Reebok kaufte, war die Marke  auf dem Weg in die Bedeutungslosigkeit. Hainer und Reebok-Chef Uli Becker haben nun immerhin eine Idee für die US-Tochter entwickelt; und klar ist: wäre Reebok wie unter den alten Besitzern weiter als pseudo-coole Hip-Hop-Marke aufgebrezelt worden, sähe es sicher noch schlimmer aus.

Und: Dank des Zukaufs gelangte der europalastige Konzern an wertvolle Verträge etwa mit der US-amerikanischen Basketball-Liga NBA, davon profitiert nun Adidas. Deshalb ist es nun sinnvoll, wenn Herbert Hainer den Ball flach hält und seine gewachsene Gruppe nach vielen Rekordjahren auf ungemütliches Wetter einstellt.

Im kommenden Jahr steht allerdings auch schon wieder die Fußball-WM in Südafrika an. Das dürfte die Stimmung - und die Kauflaune -  zumindest wieder heben. Bis dahin heisst es durchhalten. Und nach allem, was man von ihm weiß, ist Herbert Hainer eins gewiss nicht: ein Schönwetterkicker.

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