Sportartikel: Warum sich Puma-Chef Zeitz zum Ökomessias wandelt

Sportartikel: Warum sich Puma-Chef Zeitz zum Ökomessias wandelt

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Puma-Chef Jochen Zeitz vor den Trikots der von Puma gesponsorten WM-Mannschaften

von Peter Steinkirchner

Vom Sanierer zum Ökomessias – Jochen Zeitz trimmt den Sportartikelkonzern Puma auf Nachhaltigkeit. Grüner Anstrich oder echter Schwenk? Ein Porträt eines plötzlichen Missionars.

Erst ins Film- und Glamour-Mekka Los Angeles, dann rüber ins Design-Museum nach London. Anschließend eine Stippvisite bei der Hauptversammlung im heimischen Herzogenaurach und von dort noch flott nach Seoul zur internationalen Klima-Konferenz „Business for Environment“, inklusive Stelldichein mit UN-Generalsekretär Ban Ki-moon und Starregisseur James Cameron.

Der Reiseplan von Puma-Chef Jochen Zeitz hatte es in sich in den vergangenen 14 Tagen. Unermüdlich und nicht mal vom isländischen Vulkan Eyjafjallajökull zu stoppen, jettete der Vorstandschef des drittgrößten Sportkonzerns der Welt von Kontinent zu Kontinent, von Zeitzone zu Zeitzone, von Gesprächspartner zu Gesprächspartner. Sein Motto an allen Orten: grün, grüner, Puma.

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Puma will nachhaltigster Sportkonzern der Welt werden

Der Mann, so viel ist zu spüren, sieht sich unterwegs auf einer Mission. Vor mehr als 15 Jahren drehte er noch den haarscharf vor der Pleite stehenden Sportartikelkonzern komplett um und machte ihn zu einem der wachstumsstärksten Unternehmen Deutschlands. Nebenbei stieg er selbst zu einem der bestbezahlten Manager Europas auf.

Jetzt hat der mittlerweile 47-Jährige noch größere Ziele. Puma soll nicht länger nur als der schicke kleine Bruder der beiden weltgrößten Sportkonzerne Adidas und Nike angesehen werden. Puma soll die Riesen treiben, indem sich das Unternehmen zum "nachhaltigsten Sportkonzern" der Welt wandelt, wie Zeitz ankündigt. Der Spruch dafür ist auch schon geboren: "PumaVision".

Statt nur einzelne Kollektionen auf öko zu trimmen, will Zeitz den ganzen Laden umbauen, um bei Konsumenten wie bei Investoren mit Sinn fürs Ökologische zu punkten: Vergangenen Donnerstag verkündete er in Seoul, Puma werde den Kohlendioxid-Ausstoß, auf Ökoenglisch "Footprint" (Fußabdruck), von jährlich mehr als 40.000 Tonnen komplett durch Gegenmaßnahmen kompensieren und damit zum ersten "klimaneutralen Unternehmen der Sportbranche" aufsteigen.

Ökomessias der Konsumgüterindustrie

Clever-Little-Bag von Puma

Clever-Little-Bag von Puma

In London gab er wenige Tage zuvor bekannt, bei Puma sei der klassische Schuhkarton ab kommendem Jahr Geschichte; stattdessen werden die Treter künftig in vom kalifornischen Stardesigner Yves Béhar entworfenen, mit Pappe verstärkten, knallroten Einkaufsbeuteln verschifft und verkauft. Das soll zu immensen Einsparungen bei Material, Energie und Transportkosten führen.

Zeitz, der neue Ökomessias der Konsumgüterindustrie, der grüne Gott unter schmuddeligen Branchenkollegen? Oder nur ein weiteres Beispiel für Green Washing, jener Methode von Werbe- und Marketingspezialisten, jedem auch noch so gewöhnlichen Unternehmen einen grünen Anstrich zu verpassen?

Fest steht: Zeitz hat sich im Vorfeld der Fußballweltmeisterschaft in Südafrika entschieden, dem Unternehmen einen auffällig anderen Auftritt zu verpassen, als ihn die Wettbewerber pflegen. „Wir nehmen für uns in Anspruch, der kreative Vorreiter der Sportlifestyle-Industrie zu sein, und da sollte sich unser Führungsanspruch auch auf dieses wichtige Thema erstrecken. Deshalb haben wir den Bereich Nachhaltigkeit nun auch in unser Markenleitbild integriert, es ist Teil unseres Selbstverständnisses geworden.“

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