Sportwagenbauer: Neues Modell, neue Risiken: Porsche vor dem Crash-Test? - Seite 4

Sportwagenbauer: Neues Modell, neue Risiken: Porsche vor dem Crash-Test?

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Porsche-Chef Wiedeking Quelle: dpa
Porsche-Chef Wiedeking (links), Volkswagenchef-Winterkorn: Die VW-Übernahme wird für Porsche zur Zitterpartie Quelle: dpa

Eine Lösung der Probleme könnte darin liegen, so wird in Bankenkreisen spekuliert, dass Porsche und VW Aktien tauschen und fusionieren. Damit würde die Schuldenproblematik deutlich entschärft. Niedersachsen könnte im Tausch für seine VW-Anteile Porsche-Aktien erhalten.

Weiteres Ungemach droht Wiedeking aus der Finanzbranche. „Banken, deren Töchter Fonds anbieten, die den deutschen Aktienindex Dax abbilden, haben viel Geld verloren: Als die VW-Aktie auf bis zu 1000 Euro hochgeschossen ist, mussten sie wohl oder übel völlig überteuert kaufen. Das hat man Wiedeking sehr übel genommen“, sagt ein Frankfurter Banker.

Zudem sollen, wie in Finanzkreisen zu hören ist, mehrere Investoren die Möglichkeit einer Klage prüfen, die im Zuge der VW-Kurskapriolen Milliarden verloren haben. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hatte allerdings vor wenigen Tagen Vorermittlungen zur VW-Übernahme durch Porsche für beendet erklärt. Man habe keine Hinweise auf eine Marktmanipulation entdecken können. Dennoch kann sich Wiedeking kaum darauf verlassen, dass das Kläger verschreckt. Denn der Paragraf 20a Wertpapierhandelsgesetz, der Marktmanipulation definiert, gilt unter Juristen als äußerst schwammig. Der eine oder andere Investor könnte zumindest einen Versuch starten.

Panamera wird zum Hoffnungsträger - und zur Gefahr

Erdrückende Schulden, ein schier unsterbliches VW-Gesetz und wütende Investoren – Wiedeking und den Großaktionären der Familien Porsche und Piëch drohen ungemütliche Zeiten. Umso wichtiger wird der neue Hoffnungsträger, der Viertürer Panamera, in den Wiedeking Branchenkennern zufolge mindestens 500 Millionen Euro investiert hat. 20.000 bis 25.000 Autos der vierten Baureihe neben den Einsteigermodellen Boxster/Cayman, dem Geländewagen Cayenne und dem Sportwagen-Klassiker 911 will Wiedeking pro Jahr verkaufen – nach Einschätzung von Experten ein sehr ambitioniertes Ziel.

Denn schon bevor das erste Fahrzeug beim Kunden ist, zeichnen sich Schwierigkeiten ab: Das Prognoseunternehmen Bähr & Fess in Saarbrücken stellt die Wertstabilität des Panamera infrage. Generell unterliege das Segment der supersportlichen, viersitzigen Limousinen, zu denen auch der Maserati Quattroporte und die AMG-Version des Mercedes CLS zählen, hohen Wertverlusten, heißt es bei Bähr & Fess. Schon überlegen erste Porsche-Händler, den Panamera wegen der kaum einzuschätzenden Restwertrisiken zunächst nicht als Leasingfahrzeug anzubieten.

„Porsche hat mit fast allen Modellen, die sich weit vom 911er entfernt haben, keinen dauerhaften Erfolg eingefahren. Der 924er war kein Renner, der 928er und der 968er auch nicht“, sagt Restwertexperte Kurt Kolb von Bähr & Fess. Auch dass der Panamera weder mit einem Diesel noch einem spritsparenden Hybridantrieb aus Elektro- und Verbrennungsmotor angeboten werde, sei für die Restwerte „sicher nicht förderlich“. Zudem habe Porsche „schon beim Cayenne den Fehler gemacht, den Diesel drei Jahre zu spät einzuführen. Deshalb verliert der Cayenne gebraucht stärker an Wert als einige Konkurrenten“, sagt Kolb.

Dass Porsche trotz relativ geringer Stückzahlen auch mit dem Panamera prinzipiell Geld verdienen könnte, davon ist Gregor Matthies, Partner bei der Unternehmensberatung Bain, überzeugt. „Porsche hat bewiesen, dass sie sehr genau wissen, wie viel Geld ihre Kunden auszugeben bereit sind. In puncto Preisfindung und Aufpreispolitik ist Porsche unübertroffen.“ Dazu trage die starke Marke bei: „Wer hätte gedacht, dass Porsche sich einmal erfolgreich im Geländewagen-Segment etabliert?“ Allerdings, so Matthies, sei die Marke nicht beliebig dehnbar: „Porsche muss aufpassen, dass man nicht zu groß wird und damit an Exklusivität verliert.“

3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 22.04.2009, 21:35 UhrAnonymer Benutzer: BernddasBrot

    Da wird man bei Porsche demnächst wohl auch arabisch sprechen. War Porsche nicht bis zu dem boxter Modell kurz vor der Pleite. Es ist doch echt unglaublich wie hier mit Milliarden an Luftgeld rumgespielt wird. Und jeder weiß heute schon wer der Verlierer sein wird: die Arbeitnehmer direkt und der Staat indirekt.

  • 21.04.2009, 20:41 UhrAnonymer Benutzer: Robert E. A.

    ist Porsche eine (bad-) bank oder ein Autobauer...?

  • 21.04.2009, 16:06 UhrAnonymer Benutzer: Heinz

    Nachdem Porsche mit dem letzten Kredit noch einen Gewinn erwirtschaftet hat, war es nur logisch das neue Kredite teuer werden. Von den banken hatte damals keiner damit gerechnet, dass Porsche den Kreditrahmen ausschöpft, weil der Rahmen nur für das Zwangsübernahmeangebot bestand. Die Konditionen waren aber so günstig um gewinnbringend Geld weiter zu verleihen und einen ordentlichen Reibach zu machen.

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