Sportwagenbauer: Porsche: Umsatz sinkt, Machtkampf eskaliert

Sportwagenbauer: Porsche: Umsatz sinkt, Machtkampf eskaliert

Bild vergrößern

Porsche-Stammwerk in Stuttgart: Porsche-Chef Wiedeking hat Großaktionär Ferdinand Piech in einem Brief heftig angegriffen.

Sinkende Umsätze und ein eskalierender Machtkampf mit Großaktionär Ferdinand Piech: Der Sportwagenbauer Porsche kommt nicht zur Ruhe. Am heutigen Optionsverfallstag an der Börse könnte sich Porsches Schuldenstand nochmals deutlich erhöhen.

Bei dieser Zwischenbilanz kann der bislang so erfolgsverwöhnte Sportwagenbauer Porsche keine neuen Rekorde vermelden – sondern nur ein klares Minus eingestehen: Auch Porsche kann sich dem allgemeinen Abwärtstrend der Autobranche nicht entziehen und muss für die ersten neun Monate des Geschäftsjahrs (per Ende Juli) Rückgänge bei Umsatz, Absatz und Ergebnis hinnehmen.

Der Umsatz sank im Vergleich zur Vorjahresperiode von August bis April um 15 Prozent auf 4,6 Milliarden Euro, wie das Unternehmen heute in Stuttgart mitteilte. Auch das operative Ergebnis lag unter dem Vorjahr. Porsche hatte bereits in der Vergangenheit keine genauen Zahlen bekannt gegeben, sondern nur eine Tendenz veröffentlicht.

Anzeige

Bericht: Wiedeking attackiert Piëch in Brief

Für deutlich mehr Aufregung als den von Experten ohnehin erwarteten Umsatzrückgang sorgt ein Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ): Laut SZ wirft Konzernchef Wendelin Wiedeking dem Porsche-Miteigentümer Ferdinand Piëch vor, dem Sportwagenbauer mit öffentlichen Attacken möglicherweise schwer geschadet zu haben.

Dafür müsse Piëch notfalls „persönlich haften“, warnte ihn Wiedeking in einem Brief. Ein Porsche-Sprecher sagte heute in Stuttgart, es sei Pflicht des Vorstands Schaden vom Unternehmen abzuwenden. Der VW-Aufsichtsratschef habe die Vorwürfe zurückgewiesen.

In seinem öffentlich bisher nicht bekannten Brief vom 13. Mai verwahrt sich Wiedeking gegen Attacken von Piëch, der als Großaktionär und Aufsichtsrat bei Porsche in Stuttgart-Zuffenhausen maßgeblichen Einfluss auf den Sportwagen-Hersteller hat. Der Industrielle hatte Wiedeking und dessen Unternehmenspolitik Mitte Mai bei einer VW-Veranstaltung auf Sardinien öffentlich heftig angegriffen.

Wiedeking warf Piëch unter anderem vor, dessen Äußerungen seien unter Umständen geschäftsschädigend gewesen. Piëch habe als Aufsichtsrat besondere Pflichten, die er womöglich verletzt habe. In Konzernkreisen wird Piëch auch vorgeworfen, er habe „den Wert des eigenen Unternehmens heruntergeredet“ und die Verhandlungen mit den Banken über neue Milliardenkredite wie auch die Fusionsgespräche mit VW gestört. Das könne sich im schlimmsten Fall auf die Kreditwürdigkeit von Porsche auswirken.

Piëch hat nach Angaben aus Konzernkreisen Wiedekings Vorwürfe in einem Antwortbrief zurückgewiesen und erklärt, er habe Porsche nicht geschadet, berichtete die Zeitung. Wiedeking hatte sich auch mit IG-Metall-Chef Berthold Huber angelegt. Huber, der im Aufsichtsrat der Porsche-Holding sitzt, hatte sich kritisch über den von Porsche beantragten Milliardenkredit bei der Staatsbank KfW geäußert.

Sinkende Margen, Aufwendungen für Panamera

Nicht nur bei der Tilgung seiner Schulden, auch beim operativen Geschäft steht Porsche vor Problemen, wie die heute veröffentlichten Zahlen zeigen. Im Gegensatz zu früheren Jahren, in denen Porsche mit zweistelligen Margen glänzte, fiel die Umsatzrendite nach Angaben eines Unternehmenssprechers nun nur noch „fast zweistellig“ aus. Zudem sei das Ergebnis vor Steuern durch gestiegene Refinanzierungskosten sowie die Aufwendungen für die neue Baureihe Panamera belastet worden.

Das viertürige Coupe soll im September in den Markt eingeführt werden. Von dem bereits zu Jahresbeginn eingeleiteten Sparprogramm in dreistelliger Millionenhöhe sollen Ausgaben für den Panamera sowie die Entwicklung des Hybridantriebs und die Weiterentwicklung bestehender Modellreihen unberührt bleiben.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%