Sportwagenbauer: Porsche will Verkäufe bis 2018 auf 200.000 Autos steigern

Sportwagenbauer: Porsche will Verkäufe bis 2018 auf 200.000 Autos steigern

von Franz W. Rother

Der inzwischen zum Volkswagen-Konzern zählende Sportwagenhersteller Porsche will bis zum Jahr 2018 wenigstens doppelt so viele Autos verkaufen wie heute.

Wurden im abgelaufenen Jahr rund 90.000 Fahrzeuge abgesetzt, so sollen es nach den Vorstellungen des neuen Porsche-Chefs Matthias Müller bis zum 2018 wenigstens 200.000 Autos werden. VW-Konzernchef Martin Winterkorn hatte im vergangenen Sommer in einem Interview erklärt, dass Porsche bis zu150.000Autos im Jahr produzieren könne, ohne seine Exklusivität einzubüßen. „Nachdem ich mich jetzt intensiv in das Thema eingearbeitet habe, bin ich davon überzeugt, dass das nicht die ganz richtige Zahl ist“, erklärte Müller im Interview mit der WirtschaftsWoche. Müller: „Eine Zwei könnte in Summe allemal vorne stehen.“

Voraussetzung sei eine starke Ausweitung der Modellpalette über die bestehenden vier Baureihen Carrera, Boxster/Cayman, Cayenne und Panamera hinaus. „Unser Ziel muss sein, dass das Unternehmen jedes Jahr auf der Modellseite ein Großereignis zu bieten hat.“

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Müller, der am 1. Oktober vergangenen Jahres die Nachfolge des Interims-Vorstandschef Michael Macht angetreten hatte, hat in den ersten 100 Tagen seiner Amtszeit auch bereits einige Weichenstellung hin zu mehr Wachstum vorgenommen. Beschlossene Sache ist die Produktion des Porsche 918 Spyder und eines kompakten SUV namens Cajun auf Basis des Audi Q5. Der Spyder soll im Stammwerk Zuffenhausen produziert werden. Für den Cajun wird nach Stand der Dinge das Porsche Werk in Leipzig ausgebaut. Müller: „Das ist ein sehr schönes Werk, wir haben dort ausreichend Fläche. Stadt und Land sind sehr entgegenkommend. Die Entscheidung ist noch nicht gefallen, aber Leipzig hat gute Aussichten, den Zuschlag zu bekommen.“ Eine ursprünglich diskutierte Fertigung im Audi-Werk Ingolstadt sei wegen Kapazitätsengpässen dort inzwischen vom Tisch.  

Wichtige Entscheidung stehen in den kommenden Wochen auch noch über zwei andere Modellreihen an: Einen kleinen Mittelmotor-Roadster, der in Zusammenarbeit mit VW entstehen soll – sowie einen weiteren Supersportwagen. Der Roadster soll an die Geschichte des legendären Porsche 550 aus den 50er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts anknüpfen. Entschieden ist das Projekt nach Angaben des Porsche-Chefs zwar noch nicht, „aber wir arbeiten derzeit heftig daran.“ Noch etwas weiter in der Ferne liegt ein neuer Supersportwagen, der gegen Ferrari antreten könnte. Müller: „Warum nicht? Ein 911 GT2 RS kostet netto rund 200.000 Euro. Von da bis zum 918 Spyder ist viel Luft und ein Segment, in dem sich derzeit vorwiegend die italienischen Wettbewerber bewegen. Warum soll man da nicht ein Modell platzieren, das über den Carrera hinausgeht. Dafür brauchen wir jetzt eine Idee zu Technik und Design, die wir in den nächsten Monaten entwickeln werden. Diese werden wir betriebswirtschaftlich bewerten – und dann entscheiden, ob es ein Projekt werden kann.“ Genutzt werden könne dafür die Plattform des neuen 911 Carrera und der Antriebsstrang des 918 Spyder.

Um die neuen Modelle zu fertigen und auf die geplanten Stückzahlen zu kommen, will der Porsche-Chef auf die Kapazitäten des Volkswagen-Konzerns zurückgreifen. So könnten Teile der Boxster-Produktion 2013 von VW Osnabrück, den ehemaligen Karmann-Werken, übernommen werden. Aber auch eine Auslandsfertigung schloss Müller im Interview mit der WirtschaftsWoche nicht aus: „Im Zuge der Internationalisierung und bei den Einfuhrrestriktionen einiger Länder Asiens und auch Nordamerikas könnte man sich auch mit der Frage beschäftigen, ob Porsche irgendwann einmal im Ausland Autos montiert oder produziert.“ Wichtig sei allerdings, dass die Qualität stimme und die Marke Porsche dadurch nicht gefährdet werde. Müller: „Ich bin da relativ entspannt. Solange wir sagen können ‚Engineered bei Porsche’, ‚Engineered in Weissach’, sind wir im grünen Bereich.“

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