Sportwagenbauer: Porsches Viertürer Panamera ist zum Erfolg verdammt

Sportwagenbauer: Porsches Viertürer Panamera ist zum Erfolg verdammt

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Der neue Porsche Panamera

Seit kurzem rollt im Porsche-Werk Leipzig der erste Panamera vom Band. Der neue, viertürige Sportwagen wird zur Schicksalsfrage für Porsche: Durch die VW-Übernahme hat das Unternehmen Milliardenschulden angehäuft, zudem brechen die Absätze weltweit ein. Wenn das Sportcoupé kein Erfolg wird, wird die Lage noch finsterer für den Autobauer aus Zuffenhausen.

„Auch bei rückläufigen Absatzzahlen“, tönte Porschechef Wendelin Wiedeking kürzlich in einem Interview, „werden wir nicht versuchen, über Rabatte Absatz zu generieren“. Wenige Wochen nach dem Interview ergab eine repräsentative Studie des Kölner Marktforschungsunternehmens Grass Roots im Auftrag der WirtschaftsWoche: Deutsche Porsche-Händler bieten bereits beim ersten Kundenkontakt durchschnittlich sechs Prozent Rabatt auf den Boxter S. Keiner der 50 getesteten Händler lehnte einen Nachlass ab. Bei Bestellfahrzeugen lagen die höchsten Rabatte bei zwölf Prozent, bei Leasingverträgen, Lagerfahrzeugen oder Auslaufmodellen wurden teilweise bis zu 18 Prozent eingeräumt.

Erstmals beträchtliche Rabatte bei Porsche

Zweistellige Rabatte bei Porsche wäre noch vor kurzem undenkbar gewesen. Doch die Händler haben offenbar keine andere Wahl: Um 27 Prozent brach im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2008/09 der Porsche-Absatz ein. Weltweit verkaufte Porsche noch ganze 34.266 Fahrzeuge. Auch wenn der Absatz auf dem Heimatmarkt Deutschland von Januar bis März wieder etwas angezogen hat, verhagelt unter anderem der extrem wichtige US-Markt die Bilanz.

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Ausgerechnet in der Krise muss die Edelmarke aus Zuffenhausen ihr neues Modell, den Viertürer Panamera, auf den Markt bringen. Am 20. April wurde der familientaugliche Sportwagen auf der Automesse in Shanghai der Öffentlichkeit vorgestellt. Von der vierten Baureihe hängt viel ab: Porsche braucht jeden Euro, denn beim Versuch, VW zu übernehmen, hat sich Wiedeking Milliarden-Schulden eingebrockt.

Doch Branchenexperten sind skeptisch, ob Porsche mit dem kostspieligen Panamera die angepeilten Verkaufszahlen erreichen kann. In den Viertürer hat Wiedeking Branchenkennern zufolge mindestens 500 Millionen Euro investiert. 20.000 bis 25.000 Autos der vierten Baureihe neben den Einsteigermodellen Boxster/Cayman, dem Geländewagen Cayenne und dem Sportwagen-Klassiker 911 will Wiedeking pro Jahr verkaufen - nach Einschätzung von Experten ein sehr ambitioniertes Ziel.

Branchenexperten zweifeln Wertstabilität des Panamera an

Denn schon bevor das erste Fahrzeug beim Kunden ist, zeichnen sich Schwierigkeiten ab: Das Prognoseunternehmen Bähr & Fess in Saarbrücken stellt die Wertstabilität des Panamera infrage. Generell unterliege das Segment der supersportlichen, viersitzigen Limousinen, zu denen auch der Maserati Quattroporte und die AMG-Version des Mercedes CLS zählen, hohen Wertverlusten, heißt es bei Bähr & Fess. Schon überlegen erste Porsche-Händler, den Panamera wegen der kaum einzuschätzenden Restwertrisiken zunächst nicht als Leasingfahrzeug anzubieten.

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