Sportwagenbauer: Spekulationen um Porsche reißen nicht ab

Sportwagenbauer: Spekulationen um Porsche reißen nicht ab

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Porsche-Wappen in einer Fabrik: Der hoch verschuldete Sportwagenbauer hat einen Milliardenkredit bei der staatlichen KfW-Bank beantragt

Die Gerüchte über die künftigen Beteiligungen beim hoch verschuldeten Sportwagenbauer Porsche haben am Wochenende neue Nahrung bekommen. Auch Daimler soll an Porsche interessiert sein. Zudem schwinden die Chancen auf einen KfW-Kredit.

So soll der Staatsfonds des Emirats Katar nach einem Bericht des Magazins „Focus“ deutlich mehr Porsche-Anteile kaufen als bislang bekannt. Nach Informationen des „Manager-Magazins“ soll zudem Daimler mit Porsche über einen Einstieg verhandeln. Beide Unternehmen wiesen diesen Bericht jedoch zurück.

Die Aussichten auf einen KfW-Kredit sind nach Einschätzung von Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg derweil gesunken. Der „Bild am Sonntag“ sagte der CSU-Politiker: „Für den Fall Porsche gilt: Die Chancen auf eine positive Entscheidung sind durch das negative Votum der KfW objektiv geringer geworden. Selbstverständlich prüfen wir aber jeden Antrag weiterhin verantwortungsvoll.“

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Auf Nachfrage bekräftigte der Konzern, dass man nach wie vor in Verhandlungen sowohl mit der KfW als auch der Politik stehe. Laut „Süddeutscher Zeitung“ hat die „bankenmäßige“ Prüfung des Antrags ergeben, dass die Voraussetzungen für die Vergabe eines Darlehens nicht erfüllt seien. Das Blatt beruft sich auf Kreise der KfW. Porsche könne das Gesuch allerdings nachbessern. Endgültig über das Gesuch für den 1,75-Milliarden-Euro-Kredit entscheiden muss der Lenkungsausschuss der Bundesregierung.

Angeblich Delegation aus Katar am Wochenende in Deutschland

Derweil brodelt die Gerüchteküche bei Porsche weiter: Der Staatsfonds des Emirats Katar soll nach einem Bericht des Magazins „Focus“ deutlich mehr Anteile kaufen als bislang bekannt. Bei einem Treffen der Familien Porsche und Piëch habe Konzernchef Wendelin Wiedeking den Anwesenden ein Papier über die zukünftige Beteiligungsstruktur präsentiert, schreibt das Blatt. Dort heiße es, dass ein „externer Investor“ insgesamt 29,9 Prozent der Anteile übernehmen solle, bisher war nur eine mögliche 25-prozentige Beteiligung an der Holding bekannt. Die Familien hätten sich nicht zu einer schnellen Zusage durchringen können.

Porsche-Sprecher Albrecht Bamler kommentierte den Bericht nicht. Wie das Magazin schreibt, wurde am Wochenende eine Delegation des Emirats in Deutschland erwartet, um sich erstmals bei einem Treffen an einem geheim gehaltenen Ort mit dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff (CDU) über die geplante Beteiligung an der Porsche Holding und das Interesse des Emirats an VW auszutauschen. Porsche hält knapp 51 Prozent an Volkswagen und ist mit neun Milliarden Euro verschuldet. Eine Sprecherin Wulffs bestätigte auf Anfrage lediglich den Termin.

Der Vorsitzende des VW-Gesamtbetriebsrates, Bernd Osterloh forderte den möglichen Porsche-Investor Katar im „Focus“ auf, direkte Gespräche mit dem Betriebsrat zu führen. Das wäre „auch im eigenen Interesse eines möglichen Investors“, denn in Wolfsburg sei keine Unternehmenspolitik am Betriebsrat und am Land Niedersachsen vorbei möglich.

Guttenberg will sich aus Investorensuche heraushalten

Zu einem eventuellen Einstieg von Daimler bei Porsche sagte Wirtschaftsminister zu Guttenberg der „BamS“: „Die Investorensuche ist allein Sache des Unternehmens, aus der sich die Politik tunlichst heraushalten sollte.“ Das „Manager Magazin“ hatte unter Berufung auf Finanzkreise berichtet, die Gespräche befänden sich in einem fortgeschrittenen Stadium.  Daimler-Chef Dieter Zetsche und Wiedeking hätten die möglichen Optionen eines Einstiegs bereits Ende Mai besprochen. Diskutiert werde, dass Daimler über eine Kapitalerhöhung Aktien der Porsche SE übernimmt.

Beide Unternehmen wiesen den Bericht auf AP-Anfrage zurück. „Wir wissen davon nichts“, sagte Porsche-Sprecher Bamler. Daimler-Sprecher Jörg Howe sprach von „Spekulationen, weiter nichts“. Nach Informationen der „Bild am Sonntag“ erhofft sich Zetsche von einer 20-prozentigen Beteiligung an der Porsche-Holding eine enge technische Zusammenarbeit mit Volkswagen.

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