Sportwagenbauer: Wie Matthias Müller die Marke Porsche aufpolieren will

Sportwagenbauer: Wie Matthias Müller die Marke Porsche aufpolieren will

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Matthias Müller obs/Porsche AG

von Franz W. Rother

Der neue Vorstandschef Matthias Müller hat schon vor Amtsantritt den Sportwagenbauer durchleuchtet und manche Defizite aufgedeckt. Die Marke soll nun mit VW-Hilfe wieder glänzen.

Der Turbo S gilt unter Autoexperten als besonders brachiale Variante der Vollgas-Ikone Porsche 911. Der 530 PS starke Sechszylinder im Heck des Coupés lässt die Tachonadel aus dem Stand heraus in nur 3,3 Sekunden auf die Marke von 100 Stundenkilometern schnellen, die Höchstgeschwindigkeit ist erst bei Tempo 315 erreicht.

Matthias Müller fackelte denn auch nicht lange, als ihn die Vorstandssekretärin fragte, welches Modell aus der Porsche-Palette er sich denn als Dienstwagen wünsche: einen Turbo S natürlich, in Aquablau-Metallic mit zweifarbiger Lederausstattung in Schwarz-Crema.

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Ähnlich rasant wie der Turbo S den Asphalt unter die Räder nimmt, ist Müller in den zurückliegenden Wochen seine neue Aufgabe angegangen. Kaum hatte der Aufsichtsrat der Porsche AG Anfang Juli bekannt gegeben, dass der 57-Jährige als Nachfolger von Michael Macht den Vorstandsvorsitz beim Sportwagenhersteller übernehmen würde, hatte Müller auch schon den Mietvertrag für sein neues Heim unterschrieben. Als Nachmieter des zu Schalke 04 gewechselten Fußballmanagers Horst Heldt zieht er zusammen mit seiner Lebensgefährtin in eine Wohnung im Promi-Viertel an der Stuttgarter Heusteige. Von dort aus sind es mit dem Turbo S nur knapp 20 Minuten bis nach Zuffenhausen, zur Firmenzentrale an der Porschestraße, wo Müller offiziell seit dem 1. Oktober am Steuer sitzt.

Sohn des DKW-Rennleiters

„Ich habe keine Zeit zu verlieren“, erzählt Müller mit einem breiten Grinsen, als er gerade von einer Testfahrt mit dem („Psssst!“) geheimen Prototypen eines Porsche Panamera Plug-in-Hybrids kommt, der schon in zwei Jahren marktreif sein könnte. Wer sich nicht so gut auskennt: Das Auto hat einen Akku an Bord, der sich nach einer Fahrt von 120 Kilometern an einer Steckdose wiederaufladen lässt.

Die Testfahrt mit dem High-Tech-Fahrzeug über den Rennparcours auf dem Porsche-Testgelände in Weissach war für ihn offensichtlich eine Mordsgaudi: Die blauen Augen blitzen, die Spitzen seiner stahlgrauen Haare stehen wie elektrisiert von der Kopfhaut ab. Kein Wunder allerdings: Dem Sohn von Siegfried Müller, des Motorrad-Rennleiters der alten Auto-Union-Marke DKW und späteren technischen Kommissars der DDR-Rennstrecke Sachsenring, wurde die Freude an der flotten Fortbewegung in die Wiege gelegt.

Die Welt fliegt derzeit nur so an Müller vorbei, nicht erst an diesem Tag. Im Frühjahr saß er als Generalbevollmächtigter des Volkswagen-Konzerns noch hinter den Backsteinmauern der Verwaltungszentrale in Wolfsburg an seinem Schreibtisch und brütete über Produktplanung und Skaleneffekten, über modularen Baukästen und Modellzyklen. In der Autobranche gilt er seit Jahren als gewiefter Produktstratege.

„Aber eigentlich bin ich kein Stratege“, gibt er offen zu. Die Strategen im Konzern seien Vorstandschef Martin Winterkorn und Ferdinand Piëch, der mächtige Großaktionär und Vorsitzende des VW-Aufsichtsrats. „Ich habe nur Ideen in konkrete Pläne umgewandelt“, umschreibt Müller mit einer kreisenden Handbewegung seine Aufgabe in den zurückliegenden drei Jahren.

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