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Staatsanwaltschaft dementiert nicht: Weiterer Ex-Siemens-Vorstand in AUB-Affäre verstrickt

Quelle: Handelsblatt Online

In die Siemens-Zahlungen an den früheren Chef der Arbeitnehmerorganisation AUB, Wilhelm Schelsky, ist neben Johannes Feldmayer möglicherweise ein weiteres ehemaliges Mitglied des Siemens-Zentralvorstandes verstrickt.

Siemens kommt nicht aus den Affären heraus. FOTO: AP Quelle: handelsblatt.com
Siemens kommt nicht aus den Affären heraus. FOTO: AP Quelle: handelsblatt.com

HB NÜRNBERG. Ein Sprecher der Justiz in Nürnberg wollte am Samstag Informationen der "Süddeutschen Zeitung" über die Einleitung eines weiteren Ermittlungsverfahrens allerdings weder bestätigen noch dementieren. Schelsky und Feldmayer müssen sich voraussichtlich im Herbst vor dem Landgericht Nürnberg wegen Steuerhinterziehung beziehungsweise Untreue verantworten. Die Staatsanwaltschaft in Nürnberg geht davon aus, dass Siemens an Schelsky mehr als 30 Millionen Euro zum Aufbau eines unternehmensfreundlichen Gegenpols zur IG Metall im Konzern bezahlt hat.

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Dem "SZ"-Bericht zufolge wirft die Justiz einem Zentralvorstandsmitglied Anstiftung zur Untreue vor. Kurz bevor er in Ruhestand ging, soll der Manager Feldmayer demnach angewiesen haben, mit AUB-Gründer Schelsky einen Rahmenvertrag abzuschließen. Den Ermittlungen zufolge habe Schelsky von Januar 2001 an pro Quartal 500 000 Euro erhalten. Sie seien für verschiedene Dienstleistungen wie Schulungen und Arbeitsanalysen veranschlagt worden, die aber nicht erbracht worden seien.

Nach Angaben der Justiz von Anfang Juli soll Feldmayer die Rechnungen unter seiner Privatadresse entgegengenommen und sie anschließend über den Siemens-Geschäftsbereich Automation und Drives in das Buchungssystem des Konzerns eingeschleust haben. Durch die Unterstützung der Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Betriebsangehöriger (AUB) hat Siemens nach Auffassung der Staatsanwaltschaft elementare Grundsätze des Mitbestimmungsrechtes verletzt.

Die Anklage wirft Feldmayer Untreue und Steuerhinterziehung vor. Unternehmensberater Schelsky, der seit Februar 2007 in U-Haft sitzt, muss sich wegen Beihilfe zur Untreue, Betrug und Steuerhinterziehung verantworten. Der AUB-Gründer soll demnach dem Fiskus Steuern in Höhe von fast 8,9 Millionen Euro vorenthalten und gut drei Millionen Euro Siemens-Gelder für Sportler, Vereine, private Zwecke und andere Unternehmen ausgegeben haben.

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