Staatshaushalt: Mittelstand fordert Konsolidierung

Staatshaushalt: Mittelstand fordert Konsolidierung

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Mitarbeiter des Mittelständlers Graepel-STUV

Der Mittelstand ist bitter enttäuscht von der großen Koalition. Von der nächsten Bundesregierung fordern die Unternehmer vor allem eine Konsolidierung des Staatshaushalts, zeigt eine Exklusivumfrage für die WirtschaftsWoche.

An Solidaritätsadressen für den deutschen Mittelstand fehlt es in diesem Wahlkampf nicht. SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier hat eine „Allianz für den Mittelstand“ angekündigt. Kanzlerin Angela Merkel begab sich jüngst auf „Mittelstandsreise“ zu diversen Betrieben und lobte die kleinen und mittleren Unternehmen per Video-Podcast als „Rückgrat der sozialen Marktwirtschaft“.

Dumm nur, dass sich in der praktischen Politik viele Mittelständler von Berlin vergessen fühlen. Die Wirtschaftspolitik der großen Koalition in den vergangenen vier Jahren bewerten sie mit der Durchschnittsnote 3,6. Nur neun Prozent vergeben ein „gut“ („sehr gut“: 0,2 Prozent) – 14 Prozent hingegen ein „mangelhaft“ oder „ungenügend“. Das hat eine Umfrage des Verbands der Familienunternehmer (ASU) und des Verbands der Jungen Unternehmer (BJU) für die WirtschaftsWoche ergeben.

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Die knapp 500 befragten Firmenchefs fühlen sich politisch als fünftes Rad am Wagen – 92 Prozent glauben, dass die Regierung die Interessen der Konzerne mehr im Blick habe als die des Mittelstands. „Anstatt eine konsequente Wachstumspolitik zu verfolgen, die allen Betrieben zugutekommt, wirft die Regierung maroden Großunternehmen wie Opel Staatshilfen in Milliardenhöhe hinterher. So lässt sich die Krise nicht bewältigen“, schimpft BJU-Chef Dirk Martin.

Von der neuen Bundesregierung erwarten die Firmenchefs vor allem einen entschlossenen Kampf gegen die ausufernden Staatsschulden. Für 68 Prozent der Befragten hat dies oberste Priorität, gefolgt von Bürokratieabbau (53 Prozent) und der weiteren Flexibilisierung des Arbeitsmarkts (50 Prozent). Verbandschef Martin: „Wenn die nächste Regierung das Problem der Staatsverschuldung nicht in den Griff bekommt, wird sie das als Vorwand nutzen, Arbeitnehmer und Unternehmer mit höheren Steuern und Abgaben zu traktieren. Das wäre fatal – und würde das Wachstum abwürgen.“ Umgekehrt sind die Unternehmer realistisch genug, nicht auf sinkende Steuern zu hoffen – dies hat nur für 32 Prozent oberste Priorität.

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