Staatshilfe für französches Autoindustrie: Bärendienst für die eigene Industrie

KommentarStaatshilfe für französches Autoindustrie: Bärendienst für die eigene Industrie

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Es kommentiert WirtschaftsWoche-Redakteur Thomas Katzensteiner

Die französische Regierung greift Renault und Peugeot mit einem sechs Milliarden Euro Kredit unter die Arme. Doch einen Gefallen tut er dem Unternehmen damit nicht, meint WirtschaftsWoche-Redakteur Thomas Katzensteiner.

Nehmen wir einmal an, dass es legitim ist, den Unternehmen im eigenen Land einen Kredit anzubieten, der signifikant günstiger als die derzeit marktüblichen Konditionen ist, so wie es Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy jüngst getan hat. Und lassen wir einmal außen vor, dass es mutmaßlich nicht legitim ist, einen solchen Kredit an Bedingungen zu knüpfen wie die, dass die Hersteller Teile nur noch von französischen Zulieferern beziehen sollen oder das Geld im eigenen Land investieren.

Die entscheidende Frage bleibt doch: Was bringt es eigentlich? Die Antwort muss bei näherer Betrachtung lauten: nichts. Das größte Problem einer solchen Finanzspritze ist, dass sie die Notwendigkeit zur Veränderung hemmt und den Wandel einer Branche lähmt. Dass Unternehmen, die sich auf einem solchen Polster ausruhen, nicht als die Wettbewerbsfähigsten aus der Krise hervorgehen werden, sondern geschwächt.

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Gerade erst sah es so aus, als würde durch die Wirtschaftskrise die lange überfällige Konsolidierung der Autoindustrie ein bisschen an Fahrt gewinnen. Über die Allianz von Fiat und Chrysler und deren Erfolgsaussichten mag man denken, was man will. Sie zeigt aber, dass Topmanager sich gezwungen sehen, neue, unter Umständen auch schmerzhafte, Wege aus der Krise einer unter chronischen Überkapazitäten leidenden Branche zu suchen.

Das gilt nicht nur für die Hersteller, es gilt in besonderem Maße auch für die Zulieferer, die Sarkozy auf diese weise anscheinend am Leben zu erhalten gedenkt. Es wird – und das lässt sich nicht verhindern – in der Zulieferindustrie einen mehr oder minder brutalen Ausleseprozess geben, bei dem im wesentlichen die Hersteller selbst entscheiden, welcher Lieferant „systemrelevant“ ist – und welcher nicht. Rund 20 Prozent der globalen Zulieferer, so schätzen Experten, werden dieser globalen Marktbereinigung zum Opfer fallen. Zulieferer, die sich dem Wettbewerb nicht stellen, weil sie es nicht müssen, werden nur später fallen, und dafür umso härter aufschlagen.

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