Stahlproduktion: Stahlkonjunktur: Salzgitter-Chef Leese zuversichtlich

Stahlproduktion: Stahlkonjunktur: Salzgitter-Chef Leese zuversichtlich

Salzgitter-Chef Wolfgang Leese rechnet bis Jahresende mit einem Anziehen der Stahlkonjunktur.

„Die Auftragseingänge im Mai stimmen uns zuversichtlich, auch der Juni lief bisher nicht schlecht. Ab dem Spätsommer dürften wir Schritt für Schritt zu normaleren Marktverhältnissen zurück kommen“, so der Chef des zweitgrößten deutschen Stahlherstellers im Interview mit der WirtschaftsWoche. Nachdem das zweite Quartal „schwierig“ gewesen sei und sich im dritten Quartal die Ferienzeiten in den Produktionsmengen negativ niederschlagen würden, setzt Leese auf einen Schlussspurt: „Einen echten Schub erwarten wir dann im vierten Quartal. Wenn das gut läuft, können wir 2009 in die Nähe eines Null-Ergebnisses kommen.“

Zum 1. Juli erhöhe Salzgitter die Stahlpreise, weitere Erhöhungen stünden im Herbst an. An den zentralen Standorten Salzgitter, Peine und Ilsenburg sollen bis 2011 etwa 1,7 Milliarden Euro investiert werden. Hoffnung gibt es auch für die Mitarbeiter: „Dass wir die derzeitige Kurzarbeit in der Grobblechproduktion weiterhin aufrechterhalten, scheint fraglich“, sagte Leese dem Magazin. Kurzarbeit findet derzeit bei der Tochter Ilsenburger Grobblech GmbH statt.

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Auch von der Autoindustrie erhofft sich Leese eine steigende Nachfrage. „Es hilft uns auf alle Fälle, dass die Lagerbestände vieler Kunden niedrig sind, insbesondere in der Autoindustrie. Die Abwrackprämie hat hier wirklich etwas bewirkt.“ In der Röhrensparte erwartet das Dax-Unternehmen schon bald kräftiges Wachstum. „Das Geschäft mit Röhren ist für uns sehr aussichtsreich. Wir verhandeln bereits über neue Projekte und Anschlussaufträge für die Zeit nach der Ostseepipeline. Zahlreiche Öl- und Gaskunden stehen vor der Tür. Überall, wo Pipelines im Meer verlegt werden, sind wir – als Marktführer auf diesem Gebiet – vorn mit dabei. Für 2010 und 2011 sind hier wesentliche Aufträge absehbar.“ Deshalb wolle Salzgitter die Röhrenproduktion noch ausbauen. „Wir loten mit unseren Partnern Möglichkeiten aus, die Kapazitäten zu erweitern“, so Leese. Dabei seien auch Übernahmen möglich. „Ja, wir schauen uns um, allerdings sind keine konkreten Übernahmen geplant.“

Die entscheidenden Impulse für die Erholung der Geschäfte sieht Leese in der anziehenden Nachfrage in den Schwellenländern: „In Indien etwa spüren wir, dass der Binnenmarkt sehr stabil ist; in China wirkt sich die starke Nachfrage positiv auf unser Stahlhandelsgeschäft aus.“ Kaum Einfluss hätten dagegen die Konjunkturprogramme in den Industrienationen: „Davon ist derzeit wenig zu spüren. Das gilt übrigens nicht nur für Deutschland, sondern auch für große Länder wie Amerika. Es wird mehr geredet als gehandelt“, so Leese zur WirtschaftsWoche.

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