Standort Deutschland: Asiens Boom schafft Jobs in Deutschland

KommentarStandort Deutschland: Asiens Boom schafft Jobs in Deutschland

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Kommentator für die Wirtschaftswoche Matthias Kamp

von Matthias Kamp

Das Engagement deutscher Unternehmen in Fernost bedeutet keinen Jobabbau in der Heimat, sondern eine Stärkung des Standort Deutschland.

Als das statistische Bundesamt am Mittwoch die Daten zum Wirtschaftswachstum in Deutschland bekannt gab, schnellten die deutschen Aktienindizes in die Höhe.

Der Leitindex Dax schloss mit einem Plus von gut 2,4 Prozent. Die freudige Nachricht: In den ersten drei Monaten ist Deutschlands Wirtschaft um 0,1 Prozent gewachsen.

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Darüber können die Chinesen nur müde lächeln. Im Reich der Mitte ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwischen Januar und März um fast zehn Prozent gestiegen.

Auch andere asiatische Länder melden sich nach kurzen Einbrüchen im Gefolge der Lehman-Pleite mit beeindruckenden Wachstumsraten zurück. Indien etwa dürfte in diesem Jahr um rund acht Prozent wachsen. Selbst Indonesien, immer mal wieder von Terroranschlägen heimgesucht, erwartet für 2010 ein BIP-Wachstum von etwa fünf Prozent. Asien ist damit die einzige Region der Welt, die in diesem Jahr ein nennenswertes Wachstum verzeichnet.

Deutsche Unternehmer fertigen für den lokalen Markt

Die deutsche Wirtschaft hat die Chancen des Booms in Fernost inzwischen erkannt.

Hieß es noch vor zehn Jahren, viele deutsche Firmen verschliefen den Trend und gingen zu zögerlich in Fernost vor, sind inzwischen fast alle deutschen Konzerne und größeren Mittelständler in Asien aktiv.

Und das zum großen Teil nicht, um die niedrigen Lohnkosten der asiatischen Länder zu nutzen und dann in den Westen zu exportieren. Vielmehr beliefern die Firmen die asiatischen Konsumenten, deren Einkommen rasch steigen und die lokalen Unternehmen.

Anders als etwa die Japaner oder viele Amerikaner fertigen Deutschlands Unternehmen in den asiatischen Schwellenländern für den lokalen Markt. Maschinen, Messinstrumente, medizinische Geräte oder Präzisionswerkzeuge 'Made in Germany' sind in Fernost wegen ihrer hohen Qualität heiß begehrt.

Viele deutsche Firmen sind mit ihren Asienaktivitäten erfolgreich

Laut einer Umfrage der deutschen Auslandshandelskammer in China unter deutschen Firmen verzeichneten rund zwei Drittel der Befragten im vergangenen Jahr steigende Umsätze.

Ebenfalls zwei Drittel der befragten deutschen Firmen in China haben 2009 ihre Investitionen ausgeweitet. Der Anteil, der das Asiengeschäft zum Gesamtumsatz deutscher Firmen beisteuert, wächst seit Jahren. Laut einschlägiger Umfragen arbeiten rund 80 Prozent aller europäischen Firmen in China profitabel.

Zwar investieren die Unternehmen einen Teil der Gewinne wieder in Asien. Gleichzeitig stecken sie aber auch Geld beispielsweise in Forschungs- oder Designabteilungen in der Heimat und sorgen so für neue Arbeitsplätze. Die Furcht, der Aufstieg des Fernen Ostens bedeute für Deutschland vor allem die Verlagerung von Jobs nach China oder Vietnam, ist deshalb unbegründet. Die deutsche Wirtschaft verlagert nicht, sie erschließt sich neue Märkte. Nur: Die deutsche Politik muss die Weichen stellen, damit die Unternehmen auch in Zukunft in noch bei Hochtechnologie, Forschung und modernen Dienstleistungen erfolgreich und somit in Asien konkurrenzfähig sein können.

Auch als Exportmarkt gewinnt der Ferne Osten rasch an Bedeutung für die deutsche Wirtschaft. Gingen vor zehn Jahren noch 1,5 Prozent der deutschen Ausfuhren nach China, sind es derzeit etwa sieben Prozent, und die Quote steigt weiter: In den ersten zwei Monaten kletterten Deutschlands Exporte nach Asien um 32,5 Prozent, während die Gesamtausfuhren nur um 3,8 Prozent zulegten. Vor allem deutsche Maschinen finden in den Boomstaaten Asiens derzeit reißenden Absatz.

Der Volkswagen-Konzern etwa, für den China inzwischen der wichtigste Markt ist, hat vor wenigen Tagen im nordchinesischen Dalian eine neue Fabrik für Getriebe eröffnet. Die Maschinen für die Fertigung der Getriebe kommen fast ausnahmslos aus Deutschland. „Von dieser Fabrik haben einige deutsche Mittelständler profitiert“, sagt Winfried Vahland, CEO bei Volkswagen in China.

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