Start der Exklusiv-Umfrage: Wie überwintern deutsche Mittelständler in Russland?

Start der Exklusiv-Umfrage: Wie überwintern deutsche Mittelständler in Russland?

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Ein geschlossener Supermarkt in Nowosibirsk: Der Preisverfall auf den Rohstoffmärkten setzt der russischen Wirtschaft zu - und jenen 6.000 deutschen Firmen, die in Russland im Handelsregister registriert sind.

Mehr als 6.000 deutsche Firmen sind im russischen Handelsregister eingetragen – zum großen Teil Mittelständler. Zwischen Wladiwostok und Kaliningrad haben sie zuletzt prächtige Umsätze erzielt. Inzwischen erfasst die Krise auch Europas Wachstumsmarkt Nummer Eins. Wie reagieren Investoren? Halten sie durch oder ziehen sie ab? Welche Rolle wird der Markt in Zukunft spielen? Diese Fragen stellt die WirtschaftsWoche in einer großen Mittelstands-Umfrage, die gemeinsam mit der Unternehmensberatung Simon-Kucher & Partners gestartet wurde.

Bis vor kurzem zählten russische Firmen zu den liebsten Kunden deutscher Mittelständler. Die finanziell scheinbar potenten Abnehmer bestellten Maschinen und Anlagen im Millionenwert. Meist leisteten sie wie selbstverständlich Anzahlungen, lange bevor der erste Lastzug gen Osten aufbrach. Der gewaltige Modernisierungsbedarf im Inland machte Technik-Importe notwendig, dank des Wirtschaftsbooms klappte auch die Finanzierung. Da deutsche Wertarbeit in Russland traditionell hoch geschätzt wird, war Deutschland in den letzten Jahren stets der bevorzugte Handelspartner Russlands. Der gemeinsame Warenumsatz erreichte in 2008 mit 68,25 Milliarden einen neuen Rekordwert.

Das war einmal. Klaus Mangold, der Vorsitzende des mächtigen Ostausschusses der deutschen Wirtschaft, rechnet für dieses und wohl auch fürs kommende Jahr mit einem Handelsrückgang von zehn bis 20 Prozent. Derweil verhandelt er mit Vertretern der russischen Regierung über den Wegfall von Handelsschranken, die Premierminister Wladimir Putin und seine Minister zum Schutz der einheimischen Wirtschaft gerade erst hochgezogen haben.

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Russland steckt in der Krise. Dass dies auch deutsche Mittelständler betrifft zeigt sich unter anderem daran, dass zunehmend Finanzierungen großer Exportverträge ins Wanken kommen. So fürchtet die Krefelder Firmengruppe Siempelkamp, die Anlagen zur Holzverarbeitung in dreistelligen Millionenwert nach Russland liefert, um den Ausfall der Finanzierung durch russische Banken. Letztere werden derzeit primär herangezogen, um landeseigene marode Betriebe wie den Autobauer Lada mit Krediten durch die Krise zu helfen – statt teure Importe aus dem Ausland zu finanzieren. Ostausschuss-Chef Mangold schätzt, dass im deutsch-russischen Handel Exportfinanzierungen in Höhe von 2,5 bis vier Milliarden Euro auf der Kippe stehen – und will nun einen Garantiefonds gründen, aus dessen Mitteln etwaige Ausfälle bezahlt werden. Bei den jüngsten Verhandlungen sei ein „Durchbruch im Grundsatz“ erreicht worden, sagte Mangold gegenüber wiwo.de, „aber der richtig große Wurf ist noch nicht gelungen“.

Steigende Korruption, überbordende Bürokratie

Das Risiko der Importausfälle mag das dringendste Problem deutscher Mittelständler sein. Aber bei Weitem nicht das einzige. Investoren klagen über steigende Korruption, überbordende Bürokratie und zunehmenden Protektionismus an den Grenzen wie auch bei Ausschreibungen. Und vor allem erzielen viele ihren Russland-Umsatz in Rubel – und der wurde um mehr als ein Drittel abgewertet, weswegen die Euro-basierte Bilanz auf dem Heimatmarkt nicht mehr ganz so schick aussieht.

Die WirtschaftsWoche arbeitet an einem Lagebericht. In einer Umfrage mit der Unternehmensberatung Simon-Kucher & Partners befragen wir deutsche Mittelständler nach ihrer bisherigen Bilanz, den zukünftigen Plänen, den aktuellen Sorgen und der generellen Russlandstrategie. Herauskommen soll eine umfassende Analyse der Ergebnisse, Perspektiven und Risiken auf dem Hoffnungsmarkt Russland, die Anfang Juni veröffentlicht wird.

Deutsche Mittelständler, die an der Umfrage teilnehmen möchten, können hier den Fragebogen als pdf-Datei herunterladen.

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