Steinkohle: Bergbau-Ende forciert Börsenplan für Evonik

Steinkohle: Bergbau-Ende forciert Börsenplan für Evonik

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Evonik-Gebäude

von Andreas Wildhagen

Schließt Deutschland schon 2014 die letzte Zeche, muss die RAG-Stiftung, die die Stillegung und Sicherung der Kohlestollen finanzieren soll, ihren Anteil am Mischkonzern Evonik schnell verkaufen.

Setzt sich die EU-Kommission durch, müssen Deutschlands Zechen nicht nur vier Jahre früher schließen als bisher geplant, also 2014 statt 2018. Dann ist auch der Finanzierungsplan Makulatur, der einen sozialverträglichen Ausstieg aus dem Steinkohlebergbau vorsieht. Eigentlich sollte die 2007 gegründete RAG-Stiftung für einen „sozialverträglichen Anpassungsprozess“ sorgen und für die sogenannten Ewigkeitskosten aufkommen, die anfallen, um stillgelegte Stollen dauerhaft zu sichern. Das Geld dafür erhält sie aus den Dividenden des Mischkonzerns Evonik, der ihr zu knapp 75 Prozent gehört. Bis Ende 2018 sollen so 8,5 Milliarden Euro zusammenkommen.

Gut 1,5 Milliarden Euro hat die RAG-Stiftung schon angespart, hinzu kommen 2,4 Milliarden Euro aus dem Verkauf von knapp 25 Prozent der Evonik-Anteile an den luxemburgischen Investor CVC. 2014, so Schätzungen, wird die Stiftung Mittel von rund vier Milliarden Euro haben – zu wenig, um ihre Aufgabe erfüllen zu können. Also muss sie auch die verbliebenen Anteile an Evonik zu Geld machen. Zwei Szenarien sind denkbar.

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Die politisch gesteuerte Lösung: Mit dem Regierungswechsel in Nordrhein-Westfalen hat die SPD wieder Zugriff auf die Stiftung. Die Sozialdemokraten könnten versuchen, den unliebsamen Stiftungsvorsitzenden Wilhelm Bonse-Geuking durch den BASF-Aufsichtsratschef Eggert Voscherau zu ersetzen und so einen Verkauf von Evonik an den Chemieriesen anzuleiern. Nordrhein-Westfalens neue Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) müsste allerdings auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) für solch einen Plan gewinnen.

Außerdem dürfte sich BASF nur für die Chemiesparte von Evonik interessieren, die früheren Degussa und Hüls. Damit würde das Ruhrgebiet de facto eine wichtige Unternehmenszentrale verlieren. Fazit: Auch aus Gründen der Corporate Governance unwahrscheinlich.

Alternative Börsengang

Die marktwirtschaftliche Lösung: Evonik wird als Ganzes oder in Teilen bis spätestens 2014 an die Börse gebracht. Legt man den Kaufpreis von CVC für den knapp 25-Prozent-Anteil zugrunde, hatte das Unternehmen 2008 einen geschätzten Marktwert von rund zehn Milliarden Euro, Tendenz wegen der augenblicklich sprudelnden Unternehmensgewinne steigend. Alternativ ließen sich durch einen Verkauf der Kraftwerkssparte Steag bis zu vier Milliarden Euro erzielen, schätzen Experten. Für Steag gibt es schon Interessenten, das Bieterverfahren ist eingeleitet. Fazit: Die optimale Lösung ist der Börsengang, der mittelfristig ohnehin erklärtes Ziel der Stiftung, ist. Evonik bliebe als Unternehmen erhalten.

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