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Stellenabbau: Deutschlands größte Jobkiller

von Wilfried Eckl-Dorna

Commerzbank-Chef Martin Blessing gibt nach der Übernahme der Dresdner Bank den eisernen Sparer: Er will 9000 von insgesamt 67.000 Stellen abbauen. Mit solchen Plänen ist er nicht allein. Seit Jahresanfang haben deutsche Firmen den Abbau tausender Arbeitsplätze angekündigt. Wiwo.de präsentiert Deutschlands größte Jobkiller.

Commerzbank setzt auf Stellensparen: 9000 Jobs werden gestrichen

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Martin Blessing, Quelle: dpa
Martin Blessing, Vorstandssprecher der Commerzbank, will 9000 Stellen einsparen Quelle: dpa

Monatelang haben die Mitarbeiter der Commerzbank das Rennen gemacht: Um insgesamt 9,8 Milliarden Euro wird sie die Dresdner in zwei Schritten übernehmen.

Da Commerzbank und Dresdner Bank ähnlich aufgestellt sind, kann eine solche Fusion nur bei drastischen Einsparungen Gewinne bringen. Dazu gehört das Zusammenlegen von bald doppelt vorhandenen Abteilungen ebenso wie die Schließung von Filialen.

Genau diese Strategie verfolgt Commerzbank-Chef Martin Blessing: Gestern kündigte er an, dass der Name Dresdner Bank in zwei Jahren Geschichte sein wird. Er will hunderte Filialen schließen – und vor allem will er 9000 Arbeitsplätze weltweit abbauen. Laut Blessing liegen die Einspar-Schwerpunkte im Investmentbanking, der Verwaltung und im Management.

Die Dresdner-Bank-Belegschaft reagiert verärgert

Der Löwenanteil von 6500 Stellen entfällt auf Deutschland. Klar, dass Lessing versucht, diesen harten Einschnitt herunterzuspielen.

So hat die Commerzbank zugesichert, dass es in beiden Banken bis 2011 keine betriebsbedingten Kündigungen geben soll. Zudem sollen die Stellenstreichungen„sozialverträglich“ erfolgen. Unter dieser Worthülse versteht die Commerzbank den Abbau von Arbeitsplätzen über Altersteilzeit, Arbeitsplatzwechsel und freiwillige Aufhebungsverträge.

Die Dresdner-Bank-Belegschaft reagiert verärgert. Deren Betriebsrat bezweifelt, dass sich die angeblich sozialverträglichen Maßnahmen in entsprechendem Umfang umsetzen lassen.

Für Wut sorgen zudem angebliche Bonuszahlungen, mit denen Spitzenkräfte im Investmentbanking gehalten werden sollen. Und weil die meisten Banken mit den Folgen der Finanzkrise kämpfen, tun sich wechselwillige Mitarbeiter mit der Jobsuche schwer,

Die Gewerkschaft Verdi kündigte heute bereits Protestmaßnahmen und mögliche Mitarbeiterstreiks an. Blessing stehen bei der Dresdner Bank turbulente Zeiten bevor.

8 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 09.07.2009, 18:14 UhrWahrheit

    Die Wirtschaft geht seinem Ende entgegen und die Währungsreform wird kommen es ist nur eine Frage der Zeit. Denn 2 billionen Schulden kann keiner mehr bezahlen und unsere Regierung ist der größte Killer der Währungensgeschichte. Jeder kauft nur das was kaput ist und keine großen Anschafungen werden mehr getätigt. Nicht der Manager ist schuld sondern jeder bürger der den Profit der lezten 20 Jahre eingesteckt hatte. Der bergsteiger der sich abseilt und bereits bis zur Hälfte der Strecke gekommen ist, kommt nicht mehr zurück egal wie er es anstellt. Mit Hartz4 ist die Wunderwaffe der Regierung gegründet worden, damit Frauen mit Kindern in die Suppenküche gehen müßen um zu überleben. Der Jobkiller ist die gerigfügige- und Zeitarbeitbeschäftigung.

  • 04.09.2008, 16:39 Uhrsinnig

    Schadenfreude ist mehr als fehl am Platz. Die Verantwortlichen werden sicher von keiner Entlassung bedroht. im Gegenteil, für die Eisschicht ganz oben gibt es kaum etwas Lukrativeres als Übernahmen.
    @auswanderer
    Völlig falsch. Das sind Rezepte aus der Mottenkiste. Deutschland sollte schon einmal für den Weltmarkt getrimmt werden und das Ergebnis lässt mich, der ich einmal an die neoliberalen Reformen im Sinne Hayeks geglaubt habe, mehr als zurückschrecken.
    Weitere Reformen, die in diese Richtung gehen, werden Deutschland in den sozialen Ruin treiben.
    Wo bitte sollen öffentliche Verwaltungen zurückgeschraubt werden?
    Haben Sie sich schon einmal mit den Zahlen und Fakten beschäftigt oder nur mit Phraseologie?
    ich komme gerade aus Neuseeland, wo man die Schraube in die andere Richtung dreht, weg von Privatisierung und Liberalisierung, und die Daten können nur überzeugen.
    ich wurde auch vom vehementen Mindestlohngegner zum befürworter. Sehen Sie sich doch andere Staaten an. Warum bleibt der blick wirtschaftlich immer auf Deutschland fokussiert?
    Nicht alles ist schlecht in Deutschland, aber die Richtung, in die wir von unfähigen Politikern und sogenannten Wiwis geführt werden, ist falsch.

  • 04.09.2008, 13:03 UhrAuswanderer

    Ja, ja - Schadenfreude, Neid und Jobängste - eine gefährliche Mischung ist das!
    Die Politiker versuchen daraus Stimmung und Wahl-Stimmen zu machen und die Medien schlagen in die gleiche Kerbe.
    Wo ist die Vernunft und das Augenmaß geblieben! Das Problem liegt nicht in der Welt mit der Globalisierung sondern, die deutschen Politiker haben die Hausaufgaben in den letzten 10 Jahren nicht gemacht und Deutschland in Fragen des Verwaltungsabbaus, beamtenreform, Steuerpolitik, Arbeitsrecht, bildung usw. für den Weltmarkt nicht fit gemacht.
    Jetzt stehen wir vor dem Scherbenhaufen und jeder zeigt mit dem Finger auf den Nächsten der daran Schuld sein soll!
    Es ist der Manager, die Zumwinkels, die Hedge Fonds, das vagabundierende Kapital usw.
    Nein, nein diese Diskussion bringt uns nicht weiter. Wir brauchen eine Politikergeneration, die vernünftig denkt und alte Zöpfe abschneidet. Wenn D fit werden soll müssen zuerst die exorbitanten öffentlichen Verwaltungen radikal zurück geschnitten werden. Dann kann man im zweiten Schritt über Abgabensenkungen nachdenken und die bildung stärken.
    Ansonsten sieht das aus wie schon viele Straßen - ein Flickenteppich!
    Das was da zwischen Allianz, Co.-bank und Dresdner passiert ist ein ganz normaler Vorgang, der fast täglich irgendwo auf der Welt passiert. im Gegenzug gibt es wieder Luft um neue Jobs zu schaffen, wenn die Rahmenbedingung stimmen. Leider stiimt das in D nicht deswegen gehts auch nicht bergauf. Somit schließt sich der Teufelskreis.

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