Stellenabbau: Ebay entlässt fast die Hälfte der deutschen Mitarbeiter

Stellenabbau: Ebay entlässt fast die Hälfte der deutschen Mitarbeiter

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Ein Mitarbeiter einer Umzugsfirma wartet am Samstag (01.10.2005) an einem provisorischen Lastenaufzug auf die nächste Ladung Umzugsgut für ein neues Gebäude der ebay-Deutschlandzentrale im Europaparc Dreilinden, Ortsteil von Kleinmanchnow. Am Dienstag (04.10.2005) weiht das Unternehmen, das bereits in Kleinmachnow ansässig ist, sein neues Gebäude ein. Hier finden die Mitarbeiter der Kundenbetreuung ihren Platz. ebay war 1995 in San Jose (USA) gegründet worden und ist in den vergangenen zehn Jahren zu einem Branchenriesen gewachsen. Foto: Jan Woitas dpa/lbn (c) dpa - Bildfunk

Das Online-Auktionshaus streicht 400 seiner 1000 Stellen in Deutschland. Obwohl hier der zweitgrößte Markt für Ebay ist, werden seit einem Jahr Kompetenzen aus Deutschland abgezogen.

Der erste große Schlag für die Deutschland-Zentrale im zwischen Berlin und Potsdam gelegenen Europaparc Dreilinden erfolgte schon im vergangenen Oktober: Die operative Führung aber auch die Verantwortung für Marketing und die technische Gestaltung wurden nach London, Zürich und in die USA verlegt. Es verblieb nur der europaweite Kundenservice mit 1000 Mitarbeitern.

Doch auch damit ist es demnächst vorbei. Die Kundenbetreuung wird künftig in einem europäischen „Kompetenzzentrum“ in der irischen Hauptstadt Dublin gebündelt, teilte der US-Konzern am Donnerstag mit. In Dreilinden sollen nur noch Nutzer aus Deutschland beraten werden. Ebay streicht an seinem einzigen deutschen Standort in Dreilinden bei Berlin 400 der 1.000 Arbeitsplätze.

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Mitarbeiter können sich in Dublin bewerben

Dieser Schritt sei notwendig, um in einem schwieriger werdenden Markt wettbewerbsfähig zu bleiben. Das Unternehmen befinde sich aber „nicht in einerwirtschaftlichen Notsituation“, betonte ein Sprecher. Der Stellenabbau soll nach den Worten des Ebay-Sprechers bis Mitte 2010 über betriebsbedingte Kündigungen erfolgen. Diese würden aber erst ausgesprochen, wenn die Verhandlungen mit dem Betriebsrat über einen Interessenausgleich und einen Sozialplan abgeschlossen seien.

„Gleichzeitig geht Ebay davon aus, dass neue Arbeitsplätze bei externen Dienstleistern in Deutschland entstehen werden“, heißt es in einer Mitteilung. In Dublin würden zudem 100 neue Arbeitsplätze geschaffen, auf die sich auch Mitarbeiter aus Deutschland bewerben könnten.

Umsatz von Ebay sinkt immer weiter

Der Sprecher betonte, es gehe nicht um Kostensenkung, sondern um eine bessere und effizientere Kundenbetreuung, die künftig in „Kompetenzzentren“ konzentriert werde. Die Stellenstreichung sei „keine Entscheidung aus der Not heraus“. Deutschland ist der zweitgrößte Markt für Ebay weltweit.

Das Internet-Auktionshaus muss sich zunehmend gegen Konkurrenten wie Amazon behaupten. In drei Quartalen in Folge sanken die Umsätze, zahlreiche Änderungen der Geschäftsbedingungen verärgerten Kunden und Händler. Ebay reagierte mit einem Sparprogramm, bei dem etwa zehn Prozent der rund 16 000 Arbeitsplätze weltweit abgebaut wurden. 

In der Folge der Restrukturierung vor einem Jahr wechselte auch der damalige Deutschland-Chef Stefan Groß-Selbeck zum Online-Netzwerk Xing. Sein Nachfolger Frerk-Malte Feller übte den Job nur etwas mehr als ein halbes Jahr aus und wechselte dann zur Ebay-Tochter Paypal, wo er das Geschäft in Australien verantwortet. Seit August leitet Stephan Zoll Ebay Deutschland.

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