Stellenabbau: Siemens schafft morgen Klarheit

Stellenabbau: Siemens schafft morgen Klarheit

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Bei Siemens Enterprise Networks (SEN) sollen 7.000 Stellen wegfallen.

Der Technologiekonzern Siemens will in Kürze Klarheit über den in Kreisen erwarteten Abbau von weltweit 7.000 Stellen in der Unternehmensnetzwerksparte SEN schaffen. Siemens werde morgen die Betriebsräte und die Öffentlichkeit über die Zukunft des Segments informieren, teilte der Münchener Konzern heute mit, ohne nähere Details zu nennen.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters aus dem Konzernumfeld erfahren hat, will Siemens in Deutschland in der SEN-Spate rund 3000 von 6200 Mitarbeitern loswerden. Rund 2000 Stellen sollen abgebaut, weitere 1000 etwa über Verkäufe an Partner abgegeben werden. Ein Insider verwies auf ein von Betriebsräten in Auftrag gegebenes Gutachten, wonach der sozialverträgliche Arbeitsplatzabbau in Deutschland den Konzern rund 370 Millionen Euro koste.

Weltweit beschäftigt SEN derzeit noch 17.500 Menschen. Die IG Metall zeigte sich irritiert von den Plänen. „Wir sind von den Zahlen genauso überrascht wie die staunende Öffentlichkeit“, sagte ein Sprecher. Siemens sucht seit fast zwei Jahren einen Käufer für die lange Jahre verlustreiche Siemens Enterprise Communications (SEN), deren Technologie lange als veraltet galt.

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Während SEN vor allem herkömmliche Telefonanlagen für Großunternehmen herstellt, hat sich der technologische Trend zu Telefonverbindungen über Internet- und Datenleitungen (VoIP) entwickelt. Insidern zufolge verhandelt der für SEN zuständige Konzernfinanzchef Joe Kaeser mit den Konkurrenten Alcatel-Lucent und Nortel sowie dem Finanzinvestor Cerberus.

Bereits im Vorfeld hatte Siemens den Abbau von 600 Stellen in dem Segment in Deutschland angekündigt und war potenziellen Interessenten preislich entgegengekommen: Zum Ende des Geschäftsjahres am 30. September hatte der Konzern die Sparte um 567 Millionen Euro abgewertet. Experten rechnen allerdings ohnehin nicht mehr damit, dass Käufer für SEN noch etwas bezahlen werden müssen.

Siemens hatte bereits im Sommer 2006 mit SEN-Verkaufsgesprächen begonnen. Die Verhandlungen vor allem mit Finanzinvestoren waren später allerdings unter dem Eindruck des Zusammenbruchs der früheren Handysparte unter der Taiwaner BenQ gescheitert. SEN ist eines der letzten bei Siemens verbliebenen Segmente des ehemaligen großen Telekommunikationsbereichs Com.

Nach dem Verkauf des Handysegments hatte der damalige Vorstandschef Klaus Kleinfeld das Geschäft mit öffentlichen Telefonnetzen in eine Gemeinschaftsfirma mit dem finnischen Mobilfunkgiganten Nokia eingebracht. Neben SEN besteht von dem Bereich Com nur noch die Sparte SHC, die Telefone unter dem Produktnamen „Gigaset“ herstellt. Kaeser hat bereits angekündigt, auch dieses Geschäft unter die Lupe nehmen zu wollen.

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