Stellenabbau: WestLB stehen harte Einschnitte bevor

Stellenabbau: WestLB stehen harte Einschnitte bevor

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Der Vorstandsvorsitzende der WestLB, Alexander Stuhlmann, sitzt am Freitag in Düsseldorf auf dem Podium.

Die Eigner der Düsseldorfer Bank haben eine Nachtschicht eingelegt und jetzt doch einen Kompromiss gefunden. Sie einigten sich auf ein milliardenschweres Hilfspaket. Gleichzeitig soll ein Viertel der Beschäftigten nach Hause geschickt werden.

Die WestLB will bis Ende 2010 bis zu 1500 ihrer knapp 6000 Arbeitsplätze abbauen. Die Landesbank gab bekannt, der Vorstand habe dem Aufsichtsrat einen entsprechenden Plan vorgelegt. „Ein Stellenabbau ist immer eine bittere Maßnahme. Hierzu gibt es aber keine Alternative“, sagte Vorstandschef Alexander Stuhlmann. Damit ließen sich etwa 300 Millionen Euro sparen. Die Bank will das Verbundgeschäft mit den Sparkassen, dem Mittelstand und mit Privatkunden stärken und das Investmentbankgeschäft dafür begrenzen. Ein Zusammengehen mit der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) solle weiter ausgelotet werden.

Um die Bank von den im Zuge der Finanzkrise entstandenen hohen Risiken zu befreien, sollen Papiere im Volumen von rund 23 Milliarden Euro in eine Zweckgesellschaft außerhalb der WestLB ausgelagert werden. Die Eigner - das Land NRW, Landschaftsverbände und die beiden Sparkassenverbände - garantieren für drohende Ausfälle mit bis zu fünf Milliarden Euro. Davon steht das Land für drei Milliarden Euro alleine gerade. Wenn die Bank das Geld in Anspruch nehmen muss, erhält das Land dafür WestLB-Aktien oder einen Barausgleich.

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Die Einigung der bislang chronisch zerstrittenen Eigner während einer nächtlichen Krisensitzung kam auch auf Druck der Finanzaufsicht und der Bundesbank zustande. Finanzkreisen zufolge hatten sich Bundesbank-Präsident Axel Weber und BaFin-Chef Jochen Sanio persönlich in die Verhandlungen eingeschaltet. Am Donnerstagnachmittag war der Aufsichtsrat zusammengekommen, nachdem die Eigner die Verhandlungen tief zerstritten abgebrochen hatten. Am Abend hatten sie sich dann Finanzkreisen zufolge aber wieder zusammengerauft und bis in den frühen Morgen verhandelt, um das Rettungspaket zu schnüren.

Die WestLB-Anteilseigner hatten sich erst im Januar auf ein Hilfspaket von rund zwei Milliarden Euro geeinigt, um Verluste und Risiken aus der US-Immobilienkrise auszugleichen. Diese Zusage reichte aber nicht mehr aus, denn in den Büchern der Bank schlummern weitere Risiken.

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