Steuerabkommen: Selbstanzeigen der Schweizer Steuerflüchtigen nehmen zu

Steuerabkommen: Selbstanzeigen der Schweizer Steuerflüchtigen nehmen zu

von Daniel Schönwitz

Offiziell ärgert sich Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble über die Kritik am Steuerabkommen mit der Schweiz. Aber die Steuereinnahmen steigen, weil die Selbstanzeige für Steuersünder oft günstiger ist.

Die SPD will den Deal torpedieren, der eine Pauschalsteuer von 19 bis 34 Prozent und Straffreiheit für Schwarzgeld-Anleger vorsieht. Doch insgeheim dürfte er sich die Hände reiben. Denn die Debatte hat Betroffene nervös gemacht: Wie Steueranwälte einhellig berichten, melden sich seit einigen Tagen immer mehr Hinterzieher freiwillig bei den Behörden – und bescheren Schäuble schon jetzt höhere Steuereinnahmen.

„Die Zahl der Mandanten, die eine Selbstanzeige abgeben, ist seit Veröffentlichung des Abkommenstextes Ende September deutlich gestiegen“, sagt Henrik Vogel von Rödl & Partner in Nürnberg. Verständlich, bleibt das Entdeckungsrisiko doch hoch, weil Finanzämter weiter CDs mit den Namen von Bankkunden auswerten. „Anders als von vielen erhofft wird das vorerst auch so bleiben, denn das Abkommen soll, wenn überhaupt, erst 2013 in Kraft treten“, sagt Vogel.

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Aber nicht nur nervöse Anleger, sondern auch kühle Kalkulierer dürften bald reinen Tisch machen. „Viele Hinterzieher lassen derzeit durchrechnen, ob die Selbstanzeige oder die im Abkommen vorgesehene Regelung für sie günstiger ist“, berichtet Jesco Idler von Flick Gocke Schaumburg in Bonn. Meist werde das die Selbstanzeige sein, prognostiziert er und rechnet darum mit einem weiteren Anstieg der Selbstanzeigen.

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