Stiftungen: Das VW-Erbe von Ferdinand Piëch

Stiftungen: Das VW-Erbe von Ferdinand Piëch

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Der Aufsichtsratsvorsitzende der Volkswagen AG, Ferdinand Piech auf der Außerordentlichen Hauptversammlung der Volkswagen AG im Dezember 2009

Die Zukunft des zweitgrößten Autokonzerns der Welt ist gesichert – dank einer Stiftungskonstruktion. Damit wird das milliardenschwere Aktienpaket von Autofürst Ferdinand Piëch, Enkel von Ferdinand Porsche und Chefaufseher von VW, an den Unternehmen Porsche und damit auch an Volkswagen weitgehend vor einer Aufteilung und Erbstreitigkeiten bewahrt.

Wie erst am Wochenende bekannt wurde, hat der 73-Jährige seine Anteile an Porsches Finanzholding SE, die jeweils die Mehrheit der Aktien am Sportwagenbauer Porsche AG und an der Volkswagen AG hält, und an der Salzburger Porsche Holding, einer der größten Autohändlergruppen der Welt, Anfang des Jahres in zwei Stiftungen österreichischen Rechts eingebracht. An der Porsche SE hält Piëch knapp sieben Prozent, an der Salzburger Holding, die VW im Rahmen der Übernahme von Porsche für fast vier Milliarden Euro kaufen soll, zehn Prozent.

„Mir liegt die gesicherte Zukunft unserer Unternehmen am Herzen. Deswegen und im Sinne der Nachhaltigkeit habe ich mich – ähnlich wie Bosch es getan hat – für die Stiftung entschieden“, sagte Piëch dem Nachrichtenmagazin „Focus“. Aufsichtsratskreise und VW-Manager begrüßten gegenüber dem Handelsblatt den Schritt.

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Den Vorsitz der beiden Stiftungen „Ferdinand Karl Alpha“ und „Ferdinand Karl Beta“ hat Piëch. Stirbt er, soll ihm seine Frau Ursula folgen. Die von Familie und Freunden „Uschi“ genannte Österreicherin steigt damit neben Maria-Elisabeth Schaeffler, die ebenfalls das Erbe ihres deutlich älteren Mannes angetreten hat, zur mächtigsten Frau der ansonsten von Männern dominierten Autoindustrie auf. Das ehemalige Kindermädchen der Piëchs, mit dem Ferdinand drei seiner zwölf Kinder hat, wurde lange unterschätzt. Ursula Piëch begleitet ihren Mann zu öffentlichen Auftritten wie dem Ende September startenden Pariser Autosalon. Sie sei ihrem Mann eine enge Gefährtin und entscheidende Ratgeberin, heißt es in seinem Umfeld. Uschi habe ihren Ferdi zudem milder gemacht, sagen Familienangehörige.

Kinder mit wenig Einfluss

Piëchs Nachkommen, etwa aus der Beziehung zu seiner Schwägerin Marlene Porsche, bekommen nur begrenzt Einfluss auf die Stiftungen – und das offenbar auch noch in unterschiedlichem Umfang.

Aus Piëchs Sicht hat er eine stabile Lösung gefunden. „Dabei weiß ich die Mehrheit meiner Erben hinter mir“, sagte er. Der „Focus“ berichtet aber, nicht alle Kinder, die Piëch mit vier Frauen gezeugt hat, seien begeistert vom letzten Willen des Vaters. Angeblich prüften einige der Nachkommen juristische Schritte, weil sie nicht unmittelbar an das Erbe herankommen würden.

Ursula Piëch soll das Vermächtnis bewahren – außer das Ehepaar trennt sich oder sie heiratet nach Piëchs Tod erneut. Dann verlöre sie ihre Stellung als Stifterin und den Sitz im Stiftungsbeirat. Vor allem ein Verkauf der Porsche-Anteile werde durch das Stiftungsstatut nahezu unmöglich gemacht, berichtet das Magazin. Denkbar ist er dennoch: Sollten Vorstand und Beirat der Stiftung dafür votierten sowie mindestens neun der zwölf Kinder zustimmen, könnte der Nachlass veräußert werden.

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