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Strafanzeige gegen Flugzeugmotorenhersteller: Thielert schockt die Anleger

Eine Strafanzeige schickte die Thielert-Aktien am Donnerstag auf Talfahrt. Den Verantwortlichen wird Urkundenfälschung, Bilanzbetrug sowie Kapitalanlagebetrug vorgeworfen. Die Papiere des Flugzeugmotorenbauers brachen zeitweise um rund 40 Prozent ein.

Firmengründer und Vorstandschef Frank Thielert weist alle Vorwürfe von sich. Foto: dpa
Firmengründer und Vorstandschef Frank Thielert weist alle Vorwürfe von sich. Foto: dpa

HB HAMBURG. Die Aktie der Hamburger Thielert AG schloss im Xetrahandel mit einem Minus von 23,6 Prozent bei 18,25 Euro, lag allerdings im Tagstief mit 14 Euro noch deutlich tiefer. Auslöser für die Kursverluste war eine Mitteilung der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK). Die Anlegerschützer hatten unter Verweis auf eine anonyme Strafanzeige gegen den Vorstandsvorsitzenden Frank Thielert von Urkundenfälschung, Bilanzbetrug sowie Prospekt- und Kapitalanlagebetrug gesprochen. Die Staatsanwaltschaft Chemnitz bestätigte den Eingang einer Strafanzeige, nannte aber weder Einreicher noch erhobene Vorwürfe. Die Staatsanwaltschaft Hamburg, bei der die Anzeige ebenfalls eingereicht worden sein sollte, hatte noch keine Kenntnis von dieser. Und auch das angeblich mit Informationen versorgte Bundesaufsichtsamt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) konnte keinen Eingang bestätigen. Vorstandsvorsitzender Frank Thielert wies im Gespräch mit Dow Jones Newswires alle gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurück. In enger Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft will er die Vorwürfe nun klären. Die SdK hatte beklagt, dass Thielert die ihm gestellten Fragen nicht ausreichend und befriedigend beantwortet habe. Der Manager entgegnete jedoch, dass er keine Antwort schuldig geblieben sei, bestimmte Details über interne Kundeninformationen habe er aber nicht herausgeben können. Die Staatsanwaltschaft soll diese Informationen nun erhalten, da diese zur Verschwiegenheit verpflichtet sei. Mit einer Anklage rechnet Thielert nicht. Der Verfasser der insgesamt 72 Seiten umfassende Anzeige hatte nach Angaben der SdK Zugang zu Kreditverträgen, Liquiditätsplanungen und vertraulichen Prüfungsunterlagen der BDO Deutsche Warentreuhand AG gehabt. Diese Unterlagen seien in der Anzeige in Form kopierter Originale beigelegt worden.

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Lesen Sie weiter auf Seite 2: Angeblich fiktive Umsätze

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Angeblich fiktive Umsätze Den Verantwortlichen des Unternehmens werde vorgeworfen, in den letzten Jahren durch fiktive Umsätze und Aktivierung von Forderungen eine falsche und deutlich zu positive Unternehmensdarstellung erzeugt zu haben. Konkret würden in der Anzeige zahlreiche Forderungen aufgeführt, die zum 31. Dezember 2004 bilanziert worden seien, deren Werthaltigkeit aber zweifelhaft sein soll. Um sich gegen Anschuldigungen dieser Art zu wehren, hat der Flugzeugmotorenhersteller Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Hamburg gegen unbekannt gestellt. Frank Thielert sagte, er wisse nicht, wer ihn angezeigt haben könnte. Er könne sich auch kein Motiv für einen solchen Schritt vorstellen. Die der SdK zugesandten Informationen seien aber nur einer Hand voll Menschen bekannt gewesen, sagte er. SdK-Sprecher Markus Straub bemängelte die fehlende Auskunftsfreudigkeit von Frank Thielert. Viele Sachverhalte seien im Dunkeln geblieben. Die Schutzgemeinschaft habe sich dennoch im Sinne der Kapitalmarkthygiene zu einer Herausgabe der Meldung entschieden. Das Unternehmen habe bei den Informationen die Bringschuld. Die Schutzgemeinschaft würde sich freuen, wenn sich alle Vorwürfe in Luft auflösen würden, sei sich aber nicht sicher, dass dies gelinge. “Seit dem Neuen Markt gilt bei Unternehmen nicht mehr die Unschuldsvermutung“, sagte der SdK-Sprecher. Die Thielert-Großaktionäre nahmen den Bericht der SdK nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden gelassen auf. Sie seien nicht beunruhigt, sagte Thielert. Ihnen seien alle Daten bekannt. Dennoch will er in der kommenden Woche zu einer Roadshow aufbrechen und noch einmal über die angesprochenen Themen informieren.

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