Streik des Bodenpersonals: Bis zu 70 Lufthansa-Flüge ausgefallen

Streik des Bodenpersonals: Bis zu 70 Lufthansa-Flüge ausgefallen

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Mitglieder der Gewerkschaft Verdi laufen heute am Flughafen in Frankfurt mit Transparenten durch das Terminal A

Streik-Tag 2: Langsam wirkt sich der Ausstand des Lufthansa-Bodenpersonals aus. Mindestens 18 und bis zu 70 Flüge, so nach unterschiedlichen Angaben, fielen heute aus. Die Fluggesellschaft betont ihre Dialogbereitschaft.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat ihren Ausstand auf die Berliner Flughäfen ausgeweitet. Vier Flüge von und nach Berlin fielen am Morgen aus, teilte die Lufthansa mit. Beschäftigte der Lufthansa-Technik streikten auf dem Flughafen Tegel von Mitternacht an und Beschäftigte der Technik und Logistik in Schönefeld von 5 Uhr an. Gestern war in der Hauptstadt noch nicht gestreikt worden.

Die übrigen Streiks mit Schwerpunkten in Frankfurt und Hamburg wurden fortgesetzt. Derweil betonte das Unternehmen seine Dialogbereitschaft in dem Tarifkonflikt. Lufthansa-Sprecher Klaus Walther forderte die Verdi auf, an den Verhandlungstisch zurück zu kehren. „Unsere Türen sind offen. Wir sind dialogbereit“, sagte Walther dem Nachrichtensender n-tv. „Wir haben ver.di mehrfach aufgefordert - schon fast gebetsmühlenartig - ... an den Verhandlungstisch zurückzukehren.“  Walther fügte hinzu: „Das Angebot liegt auf dem Tisch und Verhandlungen sind aus unserer Sicht jederzeit und sofort möglich.“

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Derzeit stünden etwa drei Prozent des gesamten Flugaufkommens in Frage. Alle Interkontinentalflüge hingegen würden stattfinden. Von Düsseldorf wurden sechs Flüge gestrichen. „Betroffen sind Flüge vom Düsseldorfer Flughafen nach München und Frankfurt“, sagte ein Sprecher der Lufthansa. Insgesamt sind für heute in NRW rund 200 Flüge geplant. Die von den Arbeitsniederlegungen in Berlin betroffen Flüge seien zwei Verbindungen von Tegel nach Frankfurt/Main und einer nach München sowie ein Flug von Frankfurt/Main in die Hauptstadt, teilte die Lufthansa mit. Sechs Flüge von Hannover nach München und Frankfurt am Main starteten nicht, sagte Flughafen- Sprecher Stefan Kis. In Bremen würden zwei Flüge streikbedingt ausfallen, teilte die Lufthansa mit. In Hamburg wurden nach Flughafen-Angaben insgesamt sieben Flüge nach München und nach Frankfurt am Main abgesagt. Alle Interkontinentalflüge werden wohl stattfinden.

Lufthansa bietet aktuell 7,7 Prozent mehr Gehalt

Lufthansa-Sprecherin Claudia Lange teilte mit, dass deutschlandweit neun Maschinen aus der insgesamt 520 Flugzeuge umfassenden Flotte der Fluggesellschaft streikbedingt am Boden bleiben. Wie viele Flüge dadurch betroffen seien, war nicht klar. Größere Verspätungen seien bislang nicht abzusehen. „Natürlich trifft uns jede Streikmaßnahme. Das tut weh, und das geht natürlich auch in den Aufwand“, sagte Walther.

Zu der Übernahme von Wartungsarbeiten durch Fremdfirmen verwies der Sprecher auf die gesetzlichen Vorgaben über die Wartungsintervalle, die selbstverständlich eingehalten würden. Außerdem gebe es nicht nur Fremdleistung. Es gebe „sehr, sehr viele Lufthanseaten, die hinter den Kulissen doppelt so viel arbeiten, wie sie eigentlich müssten .“

Verdi fordert für die rund 50.000 Beschäftigten am Boden und in der Kabine 9,8 Prozent mehr Geld für ein Jahr. Die Lufthansa hat 7,7 Prozent für 21 Monate inklusive einer Einmalzahlung angeboten. Die Gewerkschaft Verdi hatte die Boden- und Kabinenmitarbeiter zu einem unbefristeten Ausstand aufgefordert. Am ersten Streiktag legten gestern nach Gewerkschaftsangaben über 4000 Beschäftigte die Arbeit nieder. Bestreikt wurden die Standorte in Frankfurt, Hamburg, München, Bremen, Leipzig, Köln und Hannover. Das befürchtete Chaos an den Flughäfen blieb jedoch aus, da sich das Unternehmen mit einem Notfallplan auf den Arbeitskampf vorbereitet hatte.

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