
Die in einem „Spiegel“-Interview genannten 35.000 zur Disposition stehenden Mitarbeiter konnte die Gewerkschaft aber nicht bestätigen. Schröder kritisierte, die Situation sei eine andere als im Frühjahr, als Service-Mitarbeiter nach wochelangen Streiks in konzerneigene Gesellschaften wechselten. Auf einen erneuten Arbeitskampf angesprochen, sagte Schröder: „Wir sind noch ein Stück davon entfernt, Derartiges anzukündigen.“ Verdi werde sich im einzelnen die Maßnahmen anschauen, um zu sehen, wie die Beschäftigteninteressen abgesichert seien. Bereits im März hatte der Konzern angekündigt, den Verkauf von Randbereichen zu prüfen. Das könnte die Immobiliengesellschaft DeTeImmobilien mit über 6000 Beschäftigten betreffen, die Funkturmgesellschaften in Deutschland und den USA mit etwas unter 1000 Mitarbeitern sowie der Mediendienstleister Media & Broadcast, bei dem um die 1000 Menschen arbeiten. Die Telekom spricht auch über den Verkauf der Technik-Sparte VTS der eigenen Beschäftigungsgesellschaft Vivento, die 2000 Mitarbeiter beschäftigt. Für einen Teil der Geschäftskundensparte T-Systems sucht der Konzern zudem einen Partner. Dabei geht es nach Worten von Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick um das Geschäftsfeld Systems Integration, das im In- und Ausland rund 15.000 Mitarbeiter beschäftigt. Bereits verkauft hat die Telekom ihre Internettöchter in Spanien und Frankreich. Das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ nannte unter Berufung auf interne Berechnungen die Zahl von 35.000 Beschäftigten, die bei möglichen Verkäufen in den nächsten Monaten zur Disposition stünden. Zur Jahresmitte beschäftigte der Konzern noch rund 160.000 Mitarbeiter am Heimatmarkt. Telekom-Chef Rene Obermann sagte dem Magazin, solche Berechnungen kenne er nicht. Er bekräftigte, es gebe Anpassungs- und Restrukturierungsbedarf, „und es wird Unternehmensbereiche geben, die wir verkaufen oder für die wir Partner suchen - das ist bekannt, und alles andere wäre Augenwischerei“. Auch durch die Umstellung auf digitale Netze werde es Anpassungsbedarf geben, bekräftigte Obermann. Andererseits würden neue Stellen geschaffen. Die Telekom könne aber noch keine Zahlen nennen: „Das wäre unseriös und den Mitarbeitern gegenüber nicht zu verantworten.“ Ein Verdi-Sprecher sagte, eine Bestätigung für die Zahl habe die Gewerkschaft nicht, Verdi halte sie aber nicht für abwegig. Es sei Zeit eine Art Sozialkodex einzuführen, um die Beschäftigung im Konzern und die Konditionen für die Mitarbeiter zu sichern, sagte der Sprecher. Zu einem Bericht der „Rheinischen Post“, demzufolge die Telekom bis 2012 die Belegschaft auf weniger als 120.000 Beschäftigte verringern will, erklärte ein Telekom-Sprecher, es gebe kein neues Stellenabbauprogramm im Konzern. Im laufenden sollen 32.000 Mitarbeiter den Konzern bis Ende 2008 verlassen. Analysten zeigten sich wenig überrascht. Unicredit-Analyst Thomas Friedrich sagte, das Telekom-Management habe bei verschiedenen Gelegenheiten darauf hingewiesen, dass weitere Personalanpassungen nötig sein könnten. Die in den Berichten genannten Zahlen ließen sich zum Teil durch geplante Verkäufe und Auslagerungen erklären. Er erwarte, dass das Thema Personalabbau auch mit dem Auslaufen des jetzigen Programms Ende 2008 nicht abgeschlossen sei, sagte Friedrich.













