Streit um Jahresabschluss: Wirecard will Bilanzpolizei unterstützen

Streit um Jahresabschluss: Wirecard will Bilanzpolizei unterstützen

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Aktionär auf einer Hauptversammlung

Der stellvertretende Vorstandschef der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK), Markus Straub, ist nach umstrittenen Finanzgeschäften mit Wertpapieren des Zahlungsverkehrsabwicklers Wirecard zurückgetreten.

SdK-Chef Klaus Schneider sagte, Straub habe sein Amt zur Verfügung gestellt, um weiteren Schaden von der SdK abzuwenden. Straub hatte zuvor eingeräumt, mit Wertpapieren von fallenden Kursen des Konzerns aus Grasbrunn bei München zu profitieren.

Die Aktionärsschützer werfen Wirecard eine falsche und irreführende Bilanzierung vor. Wirecard wiederum wirft der SdK Insiderhandel und Kursmanipulation vor, hat deswegen Anzeige erstattet und fordert Schadenersatz. Die SdK hat ihrerseits eine Anzeige gegen das Unternehmen angekündigt.

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Die Wirecard-Aktie war in den vergangenen Wochen immer wieder eingebrochen. Der Konzern macht dafür vor allem die SdK verantwortlich. Inzwischen ermittelt auch die Deutschen Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR).

Wirecard will mit der sogenannten Bilanzpolizei kooperieren. „Wir werden in den nächsten Tagen der DPR die Erlaubnis erteilen, bei uns zu prüfen“, sagte Wirecard-Sprecherin Iris Stöckl gegenüber wiwo.de. Die Anfrage der „Bilanzpolizisten“ hierzu sei eingetroffen. Die auf Initiative des Bundes hin gegründeten DPR benötigt die Zustimmung der entsprechenden Unternehmen, um deren interne Bilanzierungsunterlagen einsehen zu können.

Auch wenn die „Bilanzpolizisten“ demnächst bei Wirecard aufmarschieren, bleibt das Unternehmen weiter bei seiner Ankündigung, eine der großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften den Jahresabschluss 2007 überprüfen zu lassen. Als Grund nannte die Sprecherin den Wunsch nach einem schnellen Ergebnis. Bei der DPR sei unklar, wie lange sich eine solche Untersuchung hinzieht.

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