Streit um Staatsmilliarden: Commerzbank und EU offenbar einig

Streit um Staatsmilliarden: Commerzbank und EU offenbar einig

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Die Commerzbank hat im Streit um die milliardenschwere Staatshilfe offenbar eine weitgehende Einigung mit der EU-Kommission erzielt

Die EU-Kommission hat mit der Commerzbank offenbar im Streit um staatliche Milliardenhilfen geeinigt. In Finanzkreisen gilt es als weitgehend sicher, dass die EU im Gegenzug auf den Verkauf der Tochter Eurohypo besteht.

„Im Prinzip haben wir eine Einigung über die Details“, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person aus dem Umfeld der EU-Kommission heute der Nachrichtenagentur Reuters. Nun liege die Entscheidung bei der Bundesregierung. 

Ein Verkauf des Osteuropa-Geschäftes sei in der Diskussion gewesen, doch dies habe die Kommission nicht verlangt, hieß es in Kommissionskreisen. Brüssel werde der Bank außerdem mehr als die üblichen zwei Jahre Zeit geben, die Auflagen zu erfüllen. „Wir versuchen sicherzustellen, dass es keine Notverkäufe gibt“, sagte ein Insider. Die Bank sollte nicht unter den Verkäufen leiden.

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Die „Börsen-Zeitung“ berichtete, die Commerzbank müsse zudem ihre Bilanzsumme deutlich verringern und dürfe auf absehbare Zeit keine Zukäufe mehr tätigen. Die Commerzbank lehnte eine Stellungnahme zu den Verhandlungen mit Brüssel ab. Ein Sprecher der EU-Kommission sagte nur, die Wettbewerbsbehörde stehe nach wie vor wegen der Commerzbank in engem Kontakt mit der Bundesregierung.

Abspaltung der Eurohypo

Einem Bericht der „Financial Times Deutschland“ zufolge muss Deutschlands zweitgrößte Bank ihre Hypothekentochter Eurohypo abspalten. Die Bundesregierung und Brüssel verhandelten noch über Details, das Übereinkommen solle jedoch noch im April bekanntgegeben werden.

Die Commerzbank käme damit glimpflicher davon als in Finanzkreisen befürchtet. Für eine Genehmigung der EU-Kommission von Staatshilfen über insgesamt 18,2 Milliarden Euro müsse die Bank einen Restrukturierungsplan vorlegen, als Gegenleistung für die Hilfe fordere Brüssel tiefgreifende Einschnitte, um Wettbewerbsverzerrungen auszugleichen.

In weiteren Medienberichten heißt es, die Commerzbank wolle das Geschäft der von ihr übernommenen Dresdner Bank mit vermögenden Privatkunden in der Schweiz und in Luxemburg zur Disposition stellen. Der Verkauf der beiden Einheiten werde derzeit vorbereitet, berichtet die „Welt“ unter Berufung auf Finanzkreise. Der Verkauf des Münchner Bankhauses Reuschel, einer Dresdner-Bank-Tochter, solle in den nächsten Wochen gestartet werden.

Commerzbank forciert Verkäufe

Die Commerzbank drückt bei den möglichen Verkäufen von Randbereichen im Zuge der Dresdner-Bank-Integration Finanzkreisen zufolge aufs Tempo. Oberste Priorität habe eine Veräußerung der Münchener Privatbank Reuschel, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Es solle rasch am Markt sondiert werden, ob sich eine Veräußerung des Instituts lohne. Innerhalb von vier bis sechs Wochen dürfte dann feststehen, ob die Tochter tatsächlich verkauft werde. Eine Trennung der Banktöchter in der Schweiz und in Luxemburg werde ebenfalls erwogen, hieß es aus anderer Quelle. Allerdings wolle sich die Commerzbank damit noch einige Monate Zeit lassen.

Die Zeitung „Die Welt“ berichtete, ein Verkauf der beiden Einheiten sei in Vorbereitung. Die US-Investmentbank Goldman Sachs prüft im Auftrag der Commerzbank derzeit, welche Randbereiche für einen Verkauf in Frage kommen. Die Commerzbank lehnte einen Kommentar ab. Das Institut hat aber mehrfach betont, im Zuge der Integration der Anfang des Jahres übernommenen Dresdner Bank sämtliche Bereiche, die nicht mehr zum Kerngeschäft gehören, auf den Prüfstand zu stellen. Für die Übernahme der Dresdner Bank und zur Stabilisierung des gesamten Instituts hatte die Commerzbank vom staatlichen Banken-Rettungsfonds Soffin 18,2 Milliarden Euro bekommen.

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