Stresstest: EU-Notfallfonds soll Banken retten

Stresstest: EU-Notfallfonds soll Banken retten

Bild vergrößern

Olli Rehn ist zuversichtlich, dass das europäische Bankensystem wiederstandsfähig ist.

Neuer Kurs in aller Stille: Eigentlich war der gigantische Krisen-Fonds der Europäer für Euro-Staaten in Finanznöten gedacht. Die Banken-Stresstests lassen die EU umdenken.

Der riesige Rettungsschirm von 750 Milliarden Euro für wackelnde Euro-Staaten soll notfalls zur Stützung von finanzschwachen Banken dienen. Das signalisierte die EU in Brüssel - gut eine Woche vor der Veröffentlichung der Banken-Stresstests. „Wir sind zuversichtlich, dass das europäische Bankensystem insgesamt widerstandsfähig ist“, sagte aber EU-Währungskommissar Olli Rehn nach Beratungen mit den europäischen Finanzministern. Der Finne machte klar, dass die EU gerüstet ist und der europäische Notfall-Fonds in letzter Konsequenz bereit steht. Es müsse sich dann um ein Programm für ein bestimmtes Land handeln. „Ich bin zuversichtlich, dass dies aber nicht genutzt werden wird.“

Vertrauen stärken

Bei den Belastungstests soll die Krisenfestigkeit von 91 europäischen Geldhäusern überprüft werden, die Veröffentlichung ist für den 23. Juli geplant. Die EU will mit den Test das Vertrauen in die europäische Wirtschaft stärken. Der belgische Finanzminister und amtierende EU-Ratsvorsitzende Didier Reynders sagte: „Wir wollen größtmögliche Transparenz.“ Der europäische Rettungsschirm war im Mai unter dramatischen Bedingungen unter Beteiligung des Internationalen Währungsfonds geschaffen worden, um Staaten mit akuten Finanzschwierigkeiten rasch zu helfen. Damit soll auch der angeschlagene Euro abgesichert werden.

Anzeige

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sagte, erst einmal müsse sich ein Institut, das ein Problem habe, selbst an den Märken mehr Kapital besorgen. Wenn dies nicht gelingen sollte, müsse der Staat helfen. „Wenn der Staat dazu nicht in der Lage sein sollte - erinnern Sie sich an das Griechenland-Paket - kann der Staat sich an die Zweckgesellschaft wenden(...)“. Dazu müssten strikte Bedingungen eingehalten werden. Die Finanzgesellschaft der Euro-Staaten in Luxemburg kann bis zu 440 Milliarden Euro an den Märkten aufnehmen, um klammen Ländern zu helfen. 13 Staaten sind bisher Anteilseigner. Die Slowakei unterschrieb bisher nicht - es gibt nun großen Druck, um einen Kurswechsel in Bratislava zu erreichen.

Das monatelange Tauziehen um eine verstärkte EU-Finanzaufsicht nähert sich dem Ende. „Wir sind auf der letzten Geraden“, sagte EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier. Die EU-Kassenhüter verständigten sich auf eine neue Linie, um weiter mit dem Europaparlament zu verhandeln. Dabei ist auch Großbritannien mit an Bord, das bisher massive Bedenken gegen starke Durchgriffsrechte neuer europäischer Behörden hatte. Bis spätestens September soll es einige Einigung geben. Die europäische Finanzaufsicht soll Anfang 2011 ihre Arbeit aufnehmen, es soll dabei neue Behörden für Banken, Versicherungen und Börsen geben.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%