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Stromanbieter: Gazprom will auf den deutschen Markt

von Jürgen Flauger und Markus Hennes Quelle: Handelsblatt Online

Gazprom schielt auf Deutschland: Der russische Staatskonzern trifft sich in den kommenden Tagen zu Gesprächen mit dem Energieriesen RWE über eine Kooperation.

Das Logo des russischen Quelle: dapd
Das Logo des russischen Energieversorgers Gazprom haengt in Berlin an der Fassade der Deutschlandzentrale des Unternehmens Quelle: dapd

Der russische Gasriese Gazprom forciert seine Bemühungen um einen Einstieg in den deutschen Strommarkt. Gazprom-Chef Alexej Miller will nach Informationen des Handelsblatts schon in den nächsten Tagen bei einem routinemäßigen Treffen mit RWE-Chef Jürgen Großmann in Moskau seine Wünsche für gemeinsame Projekte diskutieren.

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Bereits am Montag erklärte der Chef des Exportgeschäfts von Gazprom, Alexander Medwedjew, der russische Konzern wolle von der Energiewende in Deutschland profitieren und gemeinsam mit Partnern in die Stromproduktion einsteigen. Ausdrücklich nannte er dabei E.On und RWE.

RWE ist einer Partnerschaft nicht abgeneigt

Gazprom ist vor allem an dem Bau von neuen Gaskraftwerken interessiert. Denn der russische Konzern verfügt über knapp ein Fünftel der weltweiten Gasreserven. Gaskraftwerke spielen nach dem Ausstieg aus der Kernenergie eine wichtige Rolle im künftigen deutschen Energiemix: Sie können schneller als Kohlekraftwerke witterungsbedingte Angebotslücken bei Strom aus erneuerbaren Energien ausgleichen. Außerdem stoßen Gaskraftwerke weniger CO2 aus als Kohlekraftwerke.

Bislang beliefert Gazprom Deutschland vor allem mit Gas für den Wärmemarkt. Wichtige Abnehmer sind nicht nur die E.On-Tochter Ruhrgas, der größte Gasgroßhändler in Europa, sondern auch RWE. Durch eine Beteiligung an der Stromproduktion will Gazprom seine Position im Endkundenmarkt festigen. RWE sei für eine Partnerschaft aufgeschlossen, hieß es in Unternehmenskreisen.

Streit um Gasverträge

Die Gazprom-Führung hatte in den vergangenen Wochen mehrfach betont, sich stärker in Deutschland engagieren zu wollen. Zunächst äußerte Miller am Rande einer Investorenkonferenz Interesse an Teilen von E.On, von denen sich der größte deutsche Energiekonzern trennen will. Konzernchef Johannes Teyssen war bereits vor zwei Wochen in Moskau bei Miller. Dort ging es – wie demnächst bei Großmanns Besuch – vor allem um den Streit über die Gasverträge.

4 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 25.06.2011, 15:27 UhrTRS

    von TRS am 24.06.2011 10:21 Uhr :"Gaskraftwerke erzeugen Co2."

    Menschen erzeugen auch CO2, auch sie, wenn sie atmen oder sonst was tun.

    Grüne führen Deutschland in die Rückständigkeit. Aisen wird uns überholen und überrollen. Früher waren es religiöse Fantiker, die den technischen Fortschritt verhinderten, heute sind es Grüne.

    Gazprom in De als Stromanbieter wäre aus meiner Sicht interessant. Mehr Energieerzeuger auf dem Markt sorgen für mehr Wettbewerb. Je mehr Erzeuger es auf dem Markt gibt, desto schwieriger sind die Absprachen unter ihnen.

  • 25.06.2011, 13:01 Uhrnicolo

    So ist es eben, wenn man sich mutwillig in grössere Abhängigkeit begibt. Deutschland ist energiehungrig, will aber nur vom Feinsten. Werden schon sehen, wie das mal enden wird.

  • 24.06.2011, 17:36 UhrEasterling

    Polen und die baltischen Staaten sind aus politischen Gründen für die Russischen investitionen absolut ungeeignet. Man versucht die mit der Gasleitung mit vielen Zugeständnissen (Nordstream) umzugehen. Aus Russischer Sicht werden die Länder Schwierigkeiten machen nicht nur um was zu verdienen, sondern einfach um zu beweisen, das die was zu sagen haben. Deutschen sind viel pragmatischer auch wenn die den Grünen glauben, verstehen die früher oder später, das deren Vorschläge in die Sackgasse führen.

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