Stromkonzerne: EnBW befürwortet Bau eines Kohlekraftwerkes in Hamburg

Stromkonzerne: EnBW befürwortet Bau eines Kohlekraftwerkes in Hamburg

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Aktivisten der Umweltschutzorganisation Greenpeace halten am Mittwoch (23.04.2008) in Hamburg an der Zufahrt zur Baustelle des geplanten Kohlekraftwerks Moorburg ein Transparent mit der Aufschrift "Vattenfall: Klimaschutz statt Kohle. Stopp Moorburg!" hoch. In der Debatte um das umstrittene Kohlekraftwerk Moorburg hat Vattenfall-Vorstand Cramer einen «Masterplan Energie» für Hamburg vorgeschlagen.

Beim Streit der schwarz-grünen Koalition in Hamburg um den von Vattenfall geplanten Bau eines hochmodernen Kohlekraftwerks wurde auch ein Gutachten vom Energieversorger EnBW eingeholt. Wie die WirtschaftsWoche berichtet, hat sich das Unternehmen trotz seines eigenen Wunsches, stärker in die Gaswirtschaft zu investieren, für den Bau ausgesprochen.

„Ein Kohlekraftwerk mit Kraft-Wärme-Kopplung wie Vattenfall es in Moorburg bauen will, ist für den dortigen Grundlastbedarf der Industrie und des Hamburger Hafens genau das Richtige. Das habe ich Bürgermeister Ole von Beust persönlich gesagt“, erklärt EnBW-Chef Hans-Peter Villis im Gespräch mit der WirtschaftsWoche. 

Gas sei dort aus wirtschaftlichen Gründen nicht ideal. Villis: „Man kann Gas zurzeit schwer auf dem Weltmarkt einkaufen. Langfristige Verträge wie sie früher mit 35 oder 40 Jahren üblich waren, gibt es kaum mehr und sind nur sehr schwer zu akquirieren. Deshalb ist das wirtschaftliche Risiko bei Gas größer als bei Kohlekraftwerken.“

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EnBW selbst will beim Gas grundsätzlich unabhängiger werden und steht in Rotterdam kurz vor der Beteiligung an einem Terminal für sogenanntes Liquid-Natural-Gas (LNG). „Wir setzen auf unsere Partnerschaft mit der italienischen Eni und auch auf den Ausbau unseres Gasgeschäfts. Eine Beteiligung an einem großen Gasspeicher haben wir jetzt in Etzel, an der deutsch-holländischen Grenze erworben, 50 Kilometer südlich von Wilhelmshaven.“

Dieser Standort sei für die Baden-Württemberger hochattraktiv, so Villis, „weil Holland ein Energie-Transitland ist, dass Frankreich, Benelux mit Deutschland verbindet und auch Großbritannien anschließt“. Von den nahe gelegenen Häfen Rotterdam und Wilhelmshaven will Villis in Zukunft auch verflüssigtes Gas zu EnBW kommen lassen. Verflüssigtes Gas aus „aller Herren Länder“ werde, so Villis, „irgendwann einmal wie Öl auch über die See gehandelt“. Dann werde der Hafen angesteuert, von wo das beste Angebot kommt. Villis: „EnBW braucht also Beteiligungen an den Terminals für das sogenannte Liquid-Natural-Gas – sowohl in Deutschland als auch in Europa.“ In Rotterdam, so Villis in der „WirtschaftsWoche“, „sind wir schon nah dran an einer Beteiligung.“

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