Studie: Banken setzen in der Krise wieder auf Privatkunden

Studie: Banken setzen in der Krise wieder auf Privatkunden

In der Krise konzentrieren sich die Banken wieder stärker auf das Geschäft mit Privatkunden.

Doch überzeugende Konzepte fehlen. Das zeigt eine Exklusivstudie der Unternehmensberatung Simon-Kucher im Auftrag der WirtschaftsWoche. Danach geben 71 Prozent der befragten Institute an, mit besonderen Vertriebsaktionen zur Kundengewinnung reagiert zu haben. Sie halten dies für noch wichtiger, als Kosten zu sparen (65 Prozent) oder ihre Produkte anzupassen (54 Prozent). 23 Prozent arbeiteten sogar mit Kampfpreisen. Doch 88 Prozent der Banker bilanzieren, der Wettbewerb habe bereits ruinöse Züge angenommen. Auch im Geschäft mit gehobenen Kunden sehen das 71 Prozent der rund 230 befragten hochrangigen Manager von privaten Banken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken so. Besonders heftig tobt der Kampf bei Tagesgeld und Girokonten. Hier sehen 77 und 63 Prozent einen Preiskampf. Und die Verdienstspannen in Deutschland liegen im europäischen Vergleich schon seit vielen Jahren niedrig, weil der Wettbewerb hier besonders hart ist. Mehr als 2000 Kreditinstitute rangeln um die Gunst der Kunden auf dem insgesamt stagnierenden Markt. Die fünf größten Banken kommen zusammen auf einen Marktanteil von lediglich 20 Prozent. Gerade neue Anbieter werben oft mit besonders aggressiven Angeboten um Kunden. So geben dann auch 40 Prozent der Befragten geben zu, negativ von der Krise betroffen zu sein. Mehr als zwei Drittel rechnen damit, dass der Tiefpunkt der Finanzkrise frühestens 2010 erreicht sein wird. Für einige Produkte – vor allem Zertifikate – erwarten die Banken sogar in besseren Zeiten keine Erholung mehr.

Wie wichtig den Banken das Geschäft am Schalter ist, zeigt ihre Personalplanung. In der Umfrage geben 47 Prozent der Manager an, dass sie derzeit insgesamt zu viele Beschäftigte haben. Klare Ausnahme ist der Vertrieb: Den wollen 42 Prozent ausbauen und dabei neue Stellen schaffen. Der Branchenprimus Deutsche Bank etwa will in den kommenden Jahren in Deutschland 150 neue Filialen aufmachen und mehr als 1000 Berater einstellen. Bei vielen Wachstumsplänen geht es jedoch oft um die reine Menge. „Die Zahlen über Neukunden sagen aber nichts darüber aus, wie viel die Banken an diesen tatsächlich verdienen“, sagt Simon-Kucher-Berater Georg Wübker. Oft sei dies wenig bis gar nichts. Bei Werbekampagnen mit Sonderkonditionen zahlten sie sogar erst einmal drauf.

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