Studie: Familienunternehmen bleiben Hort finanzieller Stabilität

Studie: Familienunternehmen bleiben Hort finanzieller Stabilität

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Nivea Creme des Kosmetikherstellers Beiersdorf: Das Familienunternehmen glänzt einer Untersuchung zufolge mit mehr als 50 Prozent Eigenkapital.

Die großen deutschen Familienunternehmen verfügen einer Studie zufolge über eine sehr gute Kapitalausstattung. Die Eigenkapitalquote liege bei 31 der 35 größten Firmen in Familienhand bei durchschnittlich 34,8 Prozent.

Das ergab eine Analyse der Nürnberger Unternehmensberatung Weissman & Cie., die der Deutschen Presse- Agentur dpa vorliegt. Zahlen zu Aldi, Globus, Schwarz (Lidl) und Remondis waren für die Studie nicht verfügbar. Die Daten bezogen sich überwiegend auf das Geschäftsjahr 2008.

„Damit starteten die großen privaten Unternehmen mit einem dicken Polster in die Krise“, kommentierte der Chef der Unternehmensberatung, Prof. Arnold Weissman, die Zahlen. Die Unternehmen hätten die guten Jahre genutzt, um sich finanziell stabil aufzustellen. Volkswirtschaftlich sei dies eine gute Botschaft, da die untersuchten Unternehmen für einen Umsatz von 500 Milliarden Euro und rund zwei Millionen Mitarbeiter stünden.

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Wie die WirtschaftsWoche ausführlich berichtete, sind Familienunternehmen auch besonders langlebig - die ältesten unter ihnen kommen auf über tausend Jahre. Von ihren Langfrist-Strategien lässt sich auch für die aktuelle Wirtschaftskrise einiges lernen.

Mit mehr als 50 Prozent Eigenkapital glänzten den Angaben zufolge Ende 2008 Heraeus, Merck, Maxinvest (Familie Hertz), Beiersdorf oder Knauf. Die größte Gruppe von 16 Unternehmen, darunter Bertelsmann, Wacker Chemie, Bosch, Würth, Haniel und Freudenberg, verfügte mit einer Eigenkapitalquote von 30 bis 50 Prozent über eine solide Kapitalstruktur.

Weniger als 20 Prozent wiesen nur fünf Unternehmen aus, wobei Otto (19), Metro (18) und Voith (17) immer noch „normal“ finanziert seien, wie Weissman betonte. Das Handelsunternehmen Arcandor, das mittlerweile Insolvenz angemeldet hat, lag damals bei neun Prozent. Schlusslicht der Tabelle ist Tengelmann mit sieben Prozent Eigenkapitalquote. Für das Unternehmen spreche in der aktuellen Krise allerdings, dass der Einzelhandel vom Abschwung bislang wenig betroffen sei.

Die durchschnittliche Eigenkapitalquote der großen Familienunternehmen lag mit 34,8 Prozent vor derjenigen der DAX- Unternehmen mit 27,6 Prozent. Allerdings seien im DAX mehrere Finanzdienstleister wie Allianz oder Deutsche Bank mit grundsätzlich niedrigerer Eigenkapitalquote notiert. Rechne man diese heraus, so steigt die Durchschnittsquote auf 33,3 Prozent. Auch die DAX- Konzerne, die nicht von Unternehmerfamilien kontrolliert werden, hätten für schlechte Zeiten vorgesorgt.

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