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Studie zu Verkaufszahlen: Audi hängt Mercedes ab

von Oliver Voß

Schwere Zeiten für Daimler: Nach einer Studie wird Audi im kommenden Jahr mehr Autos verkaufen als Mercedes. Der einstige Primus hätte dann nur noch den dritten Rang unter den Premiumherstellern und auch die Zukunftsaussichten sind düster.

Studie: Audi hängt Mercedes Quelle: dpa/dpaweb
Studie: Audi hängt Mercedes 2010 bei den Verkaufszahlen ab Quelle: dpa/dpaweb
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Kurzarbeit, rote Zahlen und selbst von der neuen E-Klasse verkauft Daimler laut Insidern ein Drittel weniger als geplant. Der Mercedes-Mythos ist schwer beschädigt. Die Probleme schlagen sich immer stärker nieder: Nach einer Studie des Center for Automotive Research (CAR) an der Universität Duisburg-Essen wird Audi die Marke im kommenden Jahr überholen. „Im Jahr 2010 wird Audi weltweit mehr Fahrzeuge verkaufen als die Marke Mercedes“, sagt Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer.

Damit würde Mercedes nur noch auf dem dritten Rang der deutschen Premiumhersteller rangieren. Bereits 2005 wurden die Schwaben vom Erzrivalen BMW überholt. Nach der Prognose von Dudenhöffer wird Mercedes in diesem Jahr noch 30 000 Fahrzeuge mehr als Audi verkaufen – ein Vorsprung von drei Prozent.

Vielfältige Gründe für die Mercedes-Krise

Doch vor allem der erstarkte chinesische Markt, wo Audi eine stärkere Stellung hat, soll dafür sorgen, dass die VW-Marke schon 2010 den zweiten Rang erobert. 

Die Gründe für die Krise sind vielfältig. „Es ist nicht das eine große Problem, das den Konzern gefährdet“, sagt Konzerninsider, „sondern die Mixtur aus Markenschwäche, hohen Kosten, Qualitätsmängeln und zu unattraktiven Produkten.“ Intern hat man mehr als 20 gefährliche Brandherde im Konzern identifiziert.

Auch die CAR-Studie listet verschiedene Probleme auf. So hat Mercedes zwar mehr Varianten als seine Wettbewerber, verkauft jedoch pro Variante weniger. Trotz der Vielfalt habe der Konzern verschiedene Bereiche verschlafen. Bei den SUVs kam der GLK spät und sei im Vergleich zum BMW X3 oder Audi Q5 zu teuer. Auch den Sub-Kompakt-SUV habe Daimler verschlafen. Während BMW mit dem X1 startet und Audi im kommenden Jahr den Q3 auf den Markt bringe, ist das entsprechende Mercedes-Modell erst für 2013 geplant.

Nur 1663 Euro Gewinn pro Fahrzeug

Problematisch für Daimler ist auch die Kostenstruktur. Zwar erzielt Mercedes pro Fahrzeug mit 37500 Euro einen höheren Umsatz als die Konkurrenten (je knapp 34 000 Euro). Doch der Gewinn beträgt nur 1663 Euro pro Fahrzeug, bei Audi sind es 2756 Euro. Während die Ingolstädter von der Nutzung zahlreicher VW-Plattformen profitieren, mache Mercedes zu viel in Eigenregie.

Auch das Image von Mercedes hat massiv gelitten. In der Leserwahl der Fachzeitschrift „Auto, Motor und Sport“ lag Audi 2009 in fünf von sieben Kategorien vorne. Nur die Sicherheitsstandards und der Wiederverkaufswert von Mercedes wurden besser bewertet, Audi lag unter anderem bei Zuverlässigkeit, Verarbeitung und Design deutlich vorn.

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8 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 20.10.2009, 13:28 UhrAnonymer Benutzer: Audifan

    Wie der mein Nickname schon sagt bin ich Audifan. Aber ich sehe auch eine große Gefahr, die meine Vorredner schon angesprochen haben. Der Qualitätseindruck ist wesentlich höher als die tatsächliche Qualität.Die Autos, die Audi gepuscht haben (z.b. Audi 80), hatten eine bessere Qualität als die heutigen. Audi riskiert, dass die Kunden, die sehr viel Geld ausgegeben haben, sich nach 1-2 Autos von der Marke abwenden. So ist es mir bei Opel ergangen. Nach einem Opel Vectra habe ich mir geschworen: "Nie wieder Opel". Dies habe ich bis heute beibehalten und werde es wohl auch in Zukunft tun.

  • 20.10.2009, 13:23 UhrAnonymer Benutzer: Steigenberger

    Wann kommt endlich der ELCHTEST für die ganze Daimler AG.

    Jahrzehnte konnte Daimlerbenz aus dem Vollen schöpfen dank kluger, vorausschauender Vorstandsvorsitzender wie Herr Zahn.
    Dann kamen Outsider wie Reuter, der zig. miliarden in einen nicht funktionierenden Technologiekonzern steckte u. der emporkömmling Schrempp, der in der grössenwahnsinnigen Welt-AG weitere Miliarden versenkte, Fazit, der ganze Reserveschatz von Db wurde von diesen beiden Herren verpulvert, insgesamt ein firmenwert von ca. 60 milliarden Euro !
    Diese Mittel fehlen nun für die Restrukturierung, Daimler muss anleihen für 9 % Zinsen + mehr aufnehmen nur weil keine eigenen Mittel mehr vorhanden sind !
    Es kommen aber auch alle ungünstigen Momente zusammen, der LKW-bereich leidet unter dem lahmenden Welthandel, die bussparte unter der Sparsamkeit der Kommunen.
    Die PKW-Sparte ist zersplittert zwischen Premiumbereich mit Qualitätsmängeln u. dem Smart/Mb 150 - 190 bereich, wo wegen des viel zu geringen Volumens betriebswirtschaftlich nur Verluste geschrieben werden können.
    Wichtige Auslandsmärkte wie China wurden stark vernachlässigt, das rächt sich jetzt in der Weltkrisenzeit !

    Trotzdem hat der Vorstand von Daimler durch diesen grossen "Elchtest" wohl erkannt, dass massiv umgesteuert werden muss.
    Kostenreduzierungen ohne Qualitätsverschlechterungen, Produktionsverlagerungen in günstigere Standorte, Kooperationen für das Massengeschäft, all das wird Daimler wieder Auftrieb geben.

    Wenn die Weltwirtschaft wieder anzieht wird auch das Nutzfahrzeuggeschäft wieder brummen, das haben weder audi noch bMW zu bieten, daher hinken auch die Vergleiche, Daimer ist mehr als nur der mercedes !

  • 20.10.2009, 08:52 UhrAnonymer Benutzer: Ferdinand Pietsch

    Auch bei Audi sitzen ein paar Controller zu viel, die Zahlen im Kopf aber keinen Lackverstand haben und das eine oder andre Technikteil geht pünktlich nach der Garantie kaputt. Hochmut kommt, siehe Mercedes, vor dem Fall !

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