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Stuttgart 21: Bahn-Chef Grube wirft Kritikern "Panikmache" vor

von Christian Schlesiger

In einem internen Brief an die Mitarbeiter verteidigt Bahnchef Rüdiger Grube das Bahnhofsprojekt Stuttgart 21. Für die Gegner habe er "kein Verständnis".

Ein ICE der Deutschen Bahn Quelle: dpa
Ein ICE der Deutschen Bahn Quelle: dpa
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Bahnchef Rüdiger Grube geht in die Offensive. In einem Brief an seine Mitarbeiter verteidigt der Manager noch einmal das Projekt Stuttgart 21. In dem Papier vom 26. August, das der WirtschaftsWoche vorliegt, schreibt Grube, dass ihn die Proteste "nicht kalt lasssen". Dennoch sei er "zutiefst davon überzeugt, dass Stuttgart 21 richtig ist". Alles andere würde die Bahn und die Region Stuttgart um eine "einmalige Chance berauben".

Grube erhebt zudem schwere Vorwürfe gegen die Kritiker. In dem Brief schreibt der Bahnchef, dass er zwar sachliche Sorgen und Argumente ernst nehme, doch häufig würden "Dinge behauptet, die nachweislich falsch sind und offenbar nur dem einen Zweck dienen, das Projekt kaputt zu reden". Später heißt es, die Projektgegner würden sich "auf Gutachten beziehen, die gar keine sind". Als Beispiel nennt Grube das im Auftrag des Landes erstellte Arbeitspapier des Planungsbüros SMA. Auch der Vorwurf, "dass der Bahnhof ... 'wie ein U-Boot aus dem Meer' aufsteigen könnte", entbehre jeder Grundlage. "Solche absurden Äußerungen sind unverantwortlich. Hier wird Panikmache betrieben."

In dem Brief listet Grube zudem neun Argumente auf, warum Stuttgart 21 sinnvoll sei. Dazu zähle etwa die Beseitigung des größten Engpasses Stuttgart auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke von Paris nach Bratislava, die Fahrtzeitverkürzungen nach Ulm und die kürzeren Umsteige und Wartezeiten sowie wichtige Impulse für die Wirtschaft im Land.

Neu ist das Argument, dass mit der Fertigstellung von Stuttgart 21 "zahlreiche Flüge über Distanzen von 600 bis 700 Kilometern" wegfallen. Grube zeigt sich überzeugt, dass viele Menschen vom Auto oder  Flugzeug auf die Bahn umsteigen werden.

Grube zeigt sich entschlossen, das Projekt mit aller Konsequenz durchzuziehen. Einen Abbruch der Bauarbeiten schließt Grube aus: "Mit den gestrigen Bauarbeiten haben wir ein für alle unübersehbares Signal des Projektfortschritts gesetzt."

14 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 30.08.2010, 15:27 UhrAnonymer Benutzer: Geislinger Steige

    bürger protestieren weil ein öffentliches Projekt "zu teuer" sei ??

    Das ist doch lächerlich.

    Wo war denn der bürgerprotest gegen die beschaffung des Tornados,
    des Eurofighters, des A400 M, oder neuer Kampf- und Transporthubschrauber der bundeswehr ?
    Von Panzern und Fregatten überhaupt nicht zu reden.

    Alles Projekte mit milliardenschweren Einkaufsetats.

    Und wann und wo haben bürger gegen die milliardenteuren Auslandseinsätze der bundeswehr protestiert ?

    Wer das nicht tut, soll mir nicht mit "Stuttgart 21" kommen.

    investitionen in Verkehrsanlagen entfalten über Jahrzehnte einen volkswirtschaftlichen Nutzen. Die paar Minuten Zeitersparnis zwischen Stuttgart und München fallen doch überhaupt nicht ins Gewicht.

    Wer die immensen Kosten für den ganzen individualverkehr negiert und dem ungehemmten Ausbau des Straßennetzes das Wort redet
    - was in der Stadt von Daimler, Porsche und bosch durchaus nachvollziehbar ist -, die bahn aber auf das Netz des Kaiserreichs reduzieren will, soll das offen bekennen und sich nicht hinter vorgeschobenen Argumenten verstecken.

  • 30.08.2010, 02:46 UhrAnonymer Benutzer: F

    Die Strasseninfrastruktur und die Kindergärten bzw. Schulsituation in Stuttgart sind weit aus renovierungsbedürftiger als dieser bahnhof.
    Mit einer Arroganz die kaum zu steigern ist wird das Geld jedes einzelnen unnötigerweise verbrannt. Unaufgeklärtheit und fehlender Weitblick werfen uns diese Personen vor. Keine Spur von Schadensbegrenzung. Arroganz kann man abwählen. ich bitte darum.

  • 29.08.2010, 12:44 UhrAnonymer Benutzer: Hägar Schmidt

    @bird: wie: 7 Milliarden? Wer's glaubt wird selig.

    Es wäre schön, eine Aufstellung zu sehen, wie öffentliche bauvorhaben ursprünglich geschätzt wurden und was sie am Ende gekostet haben (hallo, die Herren Journalisten?). Man würde aus dem Staunen nicht mehr herauskommen. Faktor 2-5 ist drinne.

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