Subway: Das Phantom Fred De Luca

Subway: Das Phantom Fred De Luca

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Fred DeLuca, Chef von Subway

Subway-Gründer Fred De Luca ist auf Deutschland-Tour. Seit ein paar Tagen reist der US-Chef durch die Lande und versucht, für gutes Wetter im Stullenländle zu sorgen. Merkwürdig ist nur, dass niemand genau weiß, wo der illustre Besucher steckt.

Da stelle sich einer vor, er bekäme hohen Besuch und wüßte nichts davon. Die Gründe für eine kurzfristige Stippvisite sind in aller Regel folgende: entweder der Gast ist ein spontaner Typ oder er hat dringenden Anlaß, sich persönlich blicken zu lassen. Ob der derzeitige Deutschlandbesuch von Subway-Unternehmensgründer Fred De Luca seinem spontan-kumpelhaften amerikanischen Habitus zuzurechnen ist oder doch eher der bitteren Notwendigkeit, unzufriedene Franchisepartner zu besänftigen, verrät das US-Unternehmen nicht. Laut Aussagen der deutschen Subway-Presseabteilung besucht Fred De Luca seine weltweiten Subway-Märkte regel- und routinemäßig, so auch "im aktuellen Fall Deutschland, dessen Bereisung seit langem geplant war". Seltsam nur, dass bis vor ein paar Tagen offenbar noch niemand davon wußte.

Da das amerikanische Fastfood-Unternehmen in den letzten Wochen hierzulande heftig in die Kritik geraten ist, liegt es nahe, von einer versuchten Charmeoffensive De Lucas bei seinen deutschen Untertanen auszugehen. Wie die WirtschaftsWoche enthüllte, gärt es hinter den Sandwichkulissen, zahlreiche Franchisenehmer klagen über Drückermethoden und Gebührenabzocke ohne Gegenleistung. 

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Auch von Hungerlöhnen an die Mitarbeiter, mangelhaften Schulungen und undurchsichtigen Verträgen ist die Rede. Zahlreiche Kommentare und Reaktionen erreichten die Redaktion. Den Besuch ihres Unternehmenschefs beurteilten daher  viele der unzufriedenen Franchisepartner als einen Schritt in die richtige Richtung und Zeichen dafür, dass er die Probleme erkannt hat. Umso mehr wirkte es wie ein Schlag ins Gesicht für die zahlreichen Beschwerdeträger, dass De Luca  nur einige wenige ausgewählte und gut laufende Franchiseläden persönlich besuchte und die umsatzschwachen Standorte links liegen ließ. Presse- und Interviewanfragen lehnte der amerikanische Heimlichtuer kategorisch ab.

Über die genauen Aufenthaltsorte des US-Unternehmers kann aufgrund der Subway-Geheimhaltungstaktik daher nur gemutmaßt werden. Offenbar startete De Luca seine Tour am Montag in einer Franchisefiliale in Hannover. Der zuständige Store-Betreiber gab an, dass sein Brötchengeber einen Besuch für ursprünglich zehn Uhr morgens angekündigt hatte, bis 17 Uhr aber keinerlei Präsenz zeigte. Ob De Luca schließlich auftauchte oder nicht, ist nicht bekannt. 

Am Dienstagmorgen, so wird gemunkelt, soll der Milliardär eine Sandwichbude in Bielefeld beehrt haben. Gestern Mittag wusste ein niedersächsischer Franchisenehmer zu berichten, dass De Luca  im Laufe des Tages einen Subway-Store im Hamburger Hauptbahnhof aufsuchen wollte, wobei er sich die Anwesenheit von Medienvertretern im Vorfeld ausdrücklich verboten hatte. Ungewöhnlich wirkt außerdem, dass auch die amerikanische PR-Abteilung des Unternehmens von De Lucas Hamburg-Besuch überrascht war. In der Subway-Zentrale in Milford im US-Bundesstaat Conneticut lautete die Auskunft, Herr De Luca sei bereits am Mittwochmorgen abgereist.

Der Blitzbesuch des Stullenkönigs hat offenbar für viel Verwirrung und wenig Aufklärung gesorgt. Zurück bleibt ein Trupp unglücklicher Franchisenehmer, der sich im Regen stehen gelassen fühlt.  Von gutem Wetter im Subwayreich kann auch nach De Lucas versuchter Charmeoffensive keine Rede sein.

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