Suchmaschine: Google-Suche bei Partnerseiten schlechter

Suchmaschine: Google-Suche bei Partnerseiten schlechter

von Thomas Stölzel

Lizenznehmer des Google-Suchdienstes behaupten, der Konzern liefere ihren Nutzern weniger Suchergebnisse als seinen eigenen.

In Deutschland kommt der amerikanische Suchriese Google inzwischen auf einen Marktanteil von 87,3 Prozent. Zum Vergleich: Im Heimatmarkt USA benutzen nur 66 Prozent der Internet-Surfer die Seite. Nun keimt der Verdacht auf, Google nutze seine dominante Position in Deutschland aus. Schon werden Beschwerden laut, Google-Chef Larry Page behandle die verbliebene Konkurrenz unfair. Kartellrechtlern zufolge könnte die Kritik sogar die EU-Wettbewerbshüter beeinflussen, die in einem Wettbewerbsverfahren Google überprüfen.

In der Kritik aus Deutschland geht es um deutsche Internet-Unternehmen wie beispielsweise T-Online, Web.de und GMX, die ihre eigenen Suchseiten inzwischen ausschließlich von Googles Suchdienst betreiben lassen und dem US-Konzern dafür Gebühren überweisen. Doch Googles Suchergebnisse auf T-Online & Co. weichen zum Teil deutlich von dem ab, was Google auf der eigenen Suchseite anzeigt. Das bestätigten unter anderem die T-Online-Mutter Deutsche Telekom sowie die Web.de- und GMX-Mutter 1&1. „Es kommt vor, dass bei Suchfragen nicht so viele Ergebnisse gezeigt werden wie über die direkte Suche bei Google“, sagt eine Telekom-Sprecherin. Ein Suchexperte einer betroffenen Web-Firma , der nicht genannt werden will, berichtet zudem von qualitativen Unterschieden etwa bei Suchen, die Personennamen enthalten. „Abweichungen stellen wir bei sehr detaillierten Suchanfragen fest“, sagt er. Warum dies der Fall ist, konnte keines der betroffenen Unternehmen sagen.

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Selbst wenn Nutzer meist auch bei Telekom & Co. finden, was sie suchen, sorgt sich manch Betreiber, dass seine Seite als unterlegen wahrgenommen wird. Google rechtfertigt sich so: „Bei der von Partnern eingesetzten Google-Web-Suche handelt es sich um ein Produkt, das speziell auf die Partner zugeschnitten ist.“

Laut Ingo Klauß, Kartellrechtler der Großkanzlei Linklaters, „wird die Frage der Transparenz in Geschäftsbeziehungen mit Kunden auch in den derzeit anhängigen Missbrauchsverfahren bei der EU-Kommission von Bedeutung sein“. Google werde am Markt in vielerlei Hinsicht als intransparent wahrgenommen. So könnte der Fall ein Verhaltensmuster belegen und damit den Ruf des Riesen weiter belasten.

Sowohl in den USA als auch in der EU hat Google Ärger mit Wettbewerbshütern. Sie prüfen derzeit, ob der Konzern eine marktbeherrschende Stellung missbraucht. Etwa, indem er eigene Dienste wie Google Maps oder Google Shopping auf der eigenen Suchseite ganz oben als Treffer platziert.

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