Suchmaschinen: Neue Vorwürfe gegen Google

Suchmaschinen: Neue Vorwürfe gegen Google

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Ein Mann surft auf der Internetseite von Google

von Thomas Stölzel

Der Internet-Riese hat Ärger mit Deutschlands Web-Firmen und dem Kartellamt. Er soll eigene Dienste in seiner Suchmaschine massiv bevorzugen.

Googles Suchmaschine als Marktführer zu bezeichnen ist eine Untertreibung: Nicht mal zehn Prozent der deutschen Onliner nutzen konkurrierende Suchportale. Die Dominanz beschert Google nun aber zunehmend Ärger mit deutschen Internet-Firmen. Wie die WirtschaftsWoche aus dem Umfeld des Bundeskartellamts erfuhr, liegt der Behörde eine zweistellige Zahl „ernst zu nehmender“ Beschwerden vor, die im Zusammenhang mit der Google-Suche stehen. Zudem haben mehrere Web-Dienste Strafanzeige gegen Google wegen Betrugsverdachts gestellt.

Die Kritiker werfen dem Riesen vor, konzerneigene Angebote wie Google Maps, das Firmenverzeichnis Google Places oder die Preisvergleichsseite Google Shopping bei Suchanfragen fast immer an oberster Stelle der Trefferliste zu platzieren. Zudem vermuten Beschwerdeführer, die Amerikaner setzten jene Anbieter in den Suchergebnissen weit nach oben, die Kunden von Googles Werbeplattform AdSense sind. Erst an weniger attraktiver Stelle tauchten nicht mit Google verbundene Angebote auf.

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Google nutzt eigene Marktmacht aus

Derzeit prüft das Kartellamt, ob es zuständig ist oder die EU-Kommission. Einer der Dienste, die massiv gegen Google vorgehen, ist das Berliner Web-Unternehmen Euro-Cities, das den einstigen Bertelsmann-Ableger Stadtplandienst.de betreibt. Euro-Cities hat inzwischen zwei Beschwerden beim Kartellamt eingereicht, weil Google die eigene Marktmacht ausnutze. Denn die Platzierung in der Ergebnisliste entscheidet, wie viele Besucher ein Online-Angebot aufrufen. „42 Prozent aller Klicks entfallen auf den ersten Treffer bei den Google-Suchergebnissen“, heißt es in einer Beschwerde; nur acht Prozent auf den zweiten.

Michael Weber, Chef des Kartografiedienstes Hot-maps berichtet, die monatlichen Besucherzahlen seines Angebotes seien von 750 000 auf 250 000 abgestürzt, seit Google-Chef Eric Schmidt die eigenen Online-Angebote an der Spitze der Suchergebnisse einsortieren lasse. In den nächsten Tagen will auch Weber Kartellbeschwerde einreichen. Laut Julia Holtz, Googles Leiterin für Wettbewerbsrecht, versuche der Konzern nur die beste Qualität zu liefern: „Wir machen eine Suchmaschine für Nutzer, nicht für Web-Sites.“ Eine Bevorzugung von AdSense-Kunden bestreitet sie.

Zum anderen haben Euro-Cities und der Düsseldorfer Betreiber der Web-Seiten Zumabheben.de und Last-minute.de im Zusammenhang mit der Suche Strafanzeige gegen den US-Konzern gestellt. Eine Zivilklage von Euro-Cities und Hot-maps soll in diesen Tagen folgen. Die Unternehmen hatten wegen schlechter Suchplatzierung Werbung bei Google geschaltet, um an prominenterer Stelle zu erscheinen. Google habe daraufhin schrittweise die Werbepreise um das bis zu 26-Fache erhöht, ohne dass dies nachvollziehbar gewesen sei. In der Strafanzeige unterstellen die Unternehmen nun etwa gewerbsmäßigen Betrug, versuchten gewerbsmäßigen Betrug und Computerbetrug. Google spricht dagegen vom „Ergebnis eines automatisierten Ablaufs“.

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23 Kommentare zu Suchmaschinen: Neue Vorwürfe gegen Google

  • complain against the google ranking - lol

    if those products would be as good as those companies think they are then they would not even need a search engine....

  • Sie haben in ihrem Artikel einen Fehler:

    Sie schreiben von einer ZWEiSTELLiGEN ZAHL von beschwerden, ohengenau zu sagen, ob es sich um eine zweistellige Millionenzahl oder so was handelt.

  • als ungeprüfte Tatsachenbehauptung erinnert mich an die geschichte von factcheckern, die es wohl früher mal gab: http://nyti.ms/a3cyVy

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