Südamerika: Brasilianische Multis erobern Weltmärkte

Südamerika: Brasilianische Multis erobern Weltmärkte

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Der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva zu Besuch bei Petrobras

von Alexander Busch

Unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit erobern brasilianische Konzerne den Weltmarkt. Sie sind Widrigkeiten gewohnt, pflegen Teamarbeit – und verehren nichts so sehr wie Effizienz. Das macht sie gerade in der Krise stärker als manchen Konkurrenten.

Es sind Namen, mit denen die wenigsten in Deutschland etwas anfangen können: JBS und Fibria, Itáu Unibanco und BR Foods, Cosan und Pão de Açúcar. Wer aber Geschäfte macht, kennt die Kürzel vielleicht – oder wird sie bald kennenlernen.

Denn die sechs Unbekannten haben zwei Dinge gemeinsam. Ihre Zentrale liegt in Brasilien, und sie sind in etwas mehr als zwölf Monaten zu weltweiten Branchengrößen aufgestiegen – mitten in der stärksten Weltwirtschaftskrise der vergangenen 70 Jahre. Zwei Dutzend brasilianische Multis tummeln sich heute auf den Weltmärkten mit an der Spitze ihrer Branchen. 40 brasilianische Unternehmen hat die renommierte Managementschule Fundação Dom Cabral in Belo Horizonte ausgemacht, die im Ausland investierten und dort produzieren.

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JBS etwa macht zwei Drittel des Steak-Umsatzes von 28 Milliarden Dollar in den USA. In Russland ist der Familienkonzern der größte Lieferant des Hamburgerkonzerns McDonald’s. Aber auch in Australien und Argentinien betreibt JBS insgesamt 140 Schlachthäuser – neben Brasilien, wo der Konzern seinen Sitz hat.

Zu den Pionieren der Expansionisten zählt der Automobilzulieferer Sabó, der schon länger außer Landes aktiv ist. Der Dichtringe-Spezialist übernahm schon in den Neunzigerjahren Firmen in Österreich, Ungarn und Deutschland, wo ihm Kaco im schwäbischen Heilbronn gehört.

Von Zinsen getrieben

Der bekannteste Aufsteiger ist wohl Jese Sergio Gabrielli, der Chef des Ölkonzerns Petrobras. Die Unternehmen der Stunde sind jedoch diejenigen, die die Krise zu ihrem Vorteil genutzt haben. Der brasilianische Stahlkonzern Gerdau etwa rollte den amerikanischen Markt auf, kaufte dort ein Unternehmen nach dem anderen und ist heute der größte Anbieter von Baustahl zwischen Alaska und Patagonien. Die Brasilianer bevorzugen kleine Stahlkocher, die mit Schrott statt Eisenerz gefüttert werden. So sind sie unabhängig von Erzminen und können in der Nähe ihrer Kunden produzieren.

Auf einen anderen Kontinent sprang Marcopolo. Der Buskarossenbauer hat mit dem indischen Marktführer Tata eine Busfabrik eröffnet. Wenn das Joint Venture in drei Jahren auf vollen Touren 25.000 Fahrzeuge im Jahr ausspuckt, wird dies die größte Busfabrik der Welt sein. In Ägypten wird Marcopolo die nächste Niederlassung eröffnen, geplant sind weitere Fabriken in Südafrika und Russland.

Die Unternehmensberatung Boston Consulting Group hat die wenigen echten Aufsteiger-Multis aus aufstrebenden Volkswirtschaften erfasst. Zu ihnen zählen der brasilianische Kompresssorenhersteller Embraco und der Elektromotorenproduzent WEG. Embraco mit Sitz im südbrasilianischen Joinville beschäftigt heute 10.000 Mitarbeiter weltweit – auch in Italien, China und Slowenien. Ein Viertel aller Kühlgeräte weltweit werden mit der Technologie ausgestattet, die in Südbrasilien entwickelt wurde.

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