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Tankflieger-Auftrag an Boeing: EADS gibt bei Jahrhundert-Auftrag klein bei

von dpa und dapd und Reuters Quelle: Handelsblatt Online

EADS verabschiedet sich vom „Jahrhundert-Auftrag“ und wird nicht gegen die Vergabe für 179 Tankflugzeuge der US-Lufwaffe an Boeing vorgehen. Als Verlierer sehen sich die Europäer nicht - sie wittern schon neue Aufträge.

Airbus-Tankflugzeug: Der europäische Konzern EADS verzichtet auf einen Auftrag der US-Armee. Quelle: handelsblatt.com
Airbus-Tankflugzeug: Der europäische Konzern EADS verzichtet auf einen Auftrag der US-Armee. Quelle: handelsblatt.com

EADS will nicht gerichtlich gegen die Vergabe des Auftrags zum Bau von Tankflugzeugen für die US-Luftwaffe vorgehen. Das teilte der europäische Luftfahrtkonzern am Freitag in Washington mit. Nach einem Treffen mit Vertretern des Pentagon habe sich EADS entschieden, keinen Protest einzulegen, sagte der Vorstand von EADS Nordamerika, Ralph Crosby, am Freitag in Washington.

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Dabei hatte das US-Verteidigungsministerium seine Gründe dargelegt, warum Boeing den mit ursprünglich 35 Milliarden Dollar veranschlagten Auftrag gewonnen hat. „Boeings Angebot lag preislich unter unserem“, sagte Crosby. „Es gibt keine Basis für einen Protest.“

Nach einem langjährigen Bieterwettstreit steht der Fertigstellung von 179 Maschinen für rund 35 Milliarden Dollar (26 Milliarden Euro) durch den amerikanischen Konkurrenten damit nichts mehr im Wege. "Es ist an der Zeit, dass wir uns ganz auf unsere Kampfflugzeuge konzentrieren und deshalb verzichten wir“, sagte Crosby.    

Die Vergabe des Auftrags über die Erneuerung der Flotte von Tankflugzeugen an den Rivalen Boeing sei zwar eine Enttäuschung, aber ein Protest werde den Interessen von EADS nicht dienen, erklärte der Konzern. Die US-Regierung hat Ende Februar beschlossen, den Auftrag über 30 Milliarden Dollar an Boeing zu vergeben. Um den Großauftrag hatten die Unternehmen fast zehn Jahre lang gerungen.

Damit hatte sich das kleinere und ältere Flugzeug gegen die größere und modernere Airbus-Maschine durchgesetzt. Der stellvertretende Verteidigungsminister William Lynn hatte insbesondere die günstigeren Betriebs- und Wartungskosten als Grund für die Entscheidung angeführt.

Die neuen Tankflugzeuge sollen Stück für Stück die rund 400 KC-135-Tanker der Air Force ersetzen, deren jüngster 1965 in Dienst gestellt wurde. Auf die ersten 179 Maschinen könnten weitere attraktive Bestellungen folgen: Die Tankflugzeuge sind nur die erste Tranche einer ganzen Flotte, für die bis zu 100 Milliarden Dollar fließen könnten. Das erste Flugzeug wird voraussichtlich 2017 ausgeliefert werden können.    

Erst das Auftauchen von EADS hatten den Rivalen Boeing in einen Preiskampf gezwungen. Ursprünglich sollte der Auftrag ohne Ausschreibung an den US-Hersteller gehen. Gegenüber dem Angebot aus dem Jahr 2002 habe Boeing nun 16 Milliarden Dollar weniger verlangt, rechnete EADS vor. „Wir sind stolz darauf, dass unsere Beteiligung an der Ausschreibung dem Steuerzahler viel Geld spart“, sagte EADS-Vorstand Crosby.

Manche Analysten bezweifeln mittlerweile, dass Boeing überhaupt etwas an den Tankflugzeugen verdient. Dennoch gilt Boeing als Sieger: Denn EADS ist der wichtige US-Rüstungsmarkt nun weiterhin in großen Teilen versperrt.

Die Europäer rechnen sich trotzdem Chancen auf zukünftige Aufträge aus. Bislang ist EADS vor allem mit Hubschraubern ihrer Tochter Eurocopter mit den USA im Geschäft. Hätte der Konzern den „Jahrhundert-Auftrag“ gewonnen, hätte er eigens ein Werk in Alabama errichtet - tief im Gebiet des Erzrivalen.

Das Ausschreibungsverfahren musste wegen zahlreicher Pannen und juristischer Streitigkeiten mehrfach unterbrochen und neu aufgerollt werden. Bereits vor drei Jahren waren der EADS-Konzern und dessen damaliger US-Partner Northrop Grumman zunächst siegreich aus dem Bieterwettstreit hervorgegangen. Nach Protesten von Boeing und aus dem US-Kongress wurde der Auftrag damals aber neu ausgeschrieben.

Parallel lief in den USA eine heftige innenpolitische Debatte über die Frage, ob ein ausländischer Konzern für ein strategisches Kernprojekt der Streitkräfte infrage kommen dürfe. Zuletzt hatte das Pentagon versehentlich die beiden Konkurrenten Boeing und EADS über das Angebot des jeweils anderen informiert.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 04.03.2011, 20:12 UhrRichtig so!

    Wer meint das ausser den dummen Deutschen irgend eine Nation solch einen Auftrag an ein ausländisches Unternehmen vergibt, muss entweder wie Mi.brüderle sein Hirn versoffen haben oder mein das ein Zitronenfalter auch Zitronen faltet.
    Es ist einzigartig in der Welt das Deutschland kein Geld hat strategische Anteile an deutschen Unternehmen zu erwerben (ausser VW) aber gleichzeitig anderen Pleitestaaten Mrd.€ direkt oder über die EZb gibt, damit die banken dieser Ländern ihren Firmen unser Geld leiht dami diese unsere topfirmen aufkaufen können (beispiel ASC–Hochtief)

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