Tarifkonflikt beigelegt: Bahn rollt nach Streikabsage fast problemlos

Tarifkonflikt beigelegt: Bahn rollt nach Streikabsage fast problemlos

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Tarifkonflikt beigelegt: GDL-Chef Manfred Schell (l.) und Deutsche-Bahn-Chef Hartmut Mehdorn

Nach dem kurzfristig abgesagten Streik der Lokführer ist der Bahnverkehr in vielen Regionen Deutschlands ohne größere Behinderungen angelaufen. In den Morgenstunden fuhren die Züge zunächst nach dem für den Streik vorgesehenen Notfahrplan.

In den Morgenstunden fuhren die Züge zunächst nach dem für den Streik vorgesehenen Notfahrplan. „Im Regionalverkehr sind wir bis auf einzelne Ausnahmen pünktlich gestartet“, sagte ein Bahn-Sprecher in Berlin. Im Fernverkehr seien ergänzend zum Ersatzfahrplan zusätzliche Züge im Einsatz. Bundesweit seien rund 30 Züge kurzfristig bereitgestellte worden.

Zu Einschränkungen kam es vor allem in Nordrhein-Westfalen und in Baden-Württemberg. In NRW war seit Mitternacht etwa jeder zweite Zug im Nah- und Fernverkehr ausgefallen.

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„Es ist ein sehr hoher logistischer Aufwand, die Notfahrpläne sofort wieder auf die Regelpläne umzustellen“, erklärte ein Sprecher. Auch in Baden-Württemberg fielen am Morgen zahlreiche Züge im Fern- und Regionalverkehr aus. In Stuttgart fuhr eine S-Bahn-Linie nicht, eine andere nur auf einem Teilabschnitt. In Mannheim verkehrten die meisten S-Bahnen zunächst nur im Stundentakt.

Keine größeren Behinderungen gab es in Bayern, Hamburg und Schleswig-Holstein. „Es läuft im wesentlichen wie geplant“, sagte ein Bahn-Sprecher in Hamburg. Im Fernverkehr sei bereits begonnen worden, zusätzliche Züge wieder in den Takt einzugliedern. Planmäßig unterwegs sind zudem die S-Bahnen in Hamburg und in Berlin. Auch die Regionalbahnen verkehrten in der Hauptstadt, wo der Berufsverkehr zusätzlich durch einen Streik der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) belastet ist, nahezu fahrplanmäßig.

Im Rhein-Main-Gebiet konnten sich Pendler ebenfalls über einen normalen S-Bahn-Betrieb freuen. Lediglich im Regionalverkehr fuhren die Züge nach dem angekündigten Ersatzfahrplan. Im Lauf des Tages werde aber auch hier versucht, den Betrieb auf normales Niveau hochzufahren, sagte ein Bahn-Sprecher in Frankfurt. „Weitgehend planmäßig“ gestaltete sich der Bahnverkehr laut Bahn am Morgen zudem in Rheinland-Pfalz und im Saarland. In Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt könne es wegen der Fahrplanumstellung noch zu Verspätungen und vereinzelten Zugausfällen im morgendlichen Berufsverkehr kommen, hieß es in einer Mitteilung des Unternehmens.

Die Bahn und die Lokführergewerkschaft GDL hatten gestern ihren fast ein Jahr dauernden Tarifstreit beigelegt. Daraufhin hatte die GDL den angekündigten unbefristeten Arbeitskampf kurzfristig abgesagt.

Der nun gefundenen Einigung zufolge verpflichten sich die GDL einerseits sowie die beiden größeren Bahn-Gewerkschaften Transnet und GDBA andererseits, Tarifverträge der jeweils anderen Seite anzuerkennen. Dafür schlossen GDL sowie Transnet/GDBA entsprechende Verträge mit der Bahn. Auch in der bis zuletzt strittigen Frage, welche Gewerkschaft die Verhandlungsmacht für rund 3000 Lokrangierführer bekommt, war eine Verständigung erreicht worden. Dafür sollten Transnet und GDBA zuständig sein, sagte Schell.

Die Bahn hatte eine Abstimmung der Gewerkschaften zur Bedingung gemacht, damit sie den mit der GDL Ende Januar fertig ausgehandelten Entgelt-Tarifvertrag mit elf Prozent Einkommensplus unterschreibt. Die GDL hatte die Unterschrift der Bahn mit der Streikdrohung erzwingen wollen.

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