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Tarifkonflikt: Lokführer drohen mit Ausweitung der Warnstreiks

von wed/rtr/dpa

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer startet ihre Warnstreiks am Montagmorgen in Nordrhein-Westfalen. Bereits jetzt droht GDL-Chef Klaus Weselky mit einer flächendeckenden Ausweitung der Streiks.

Züge der Deutschen Bahn Quelle: dpa
Züge der Deutschen Bahn stehen auf einem Bahnhof: Bahnfahrern drohen in den nächsten Tagen Streiks der Lokführer-Gewerkschaft GdL Quelle: dpa

Vor dem Beginn von Warnstreiks gießt die Lokführer-Gewerkschaft GDL weiteres Öl ins Feuer. GDL-Chef Claus Weselsky drohte den Arbeitgebern am Wochenende mit weitreichenden Arbeitsniederlegungen. „Solange wir kein verhandlungsfähiges Angebot bekommen, werden wir die Arbeitskämpfe steigern - bis zum flächendeckenden Streik“, sagte Weselsky der Zeitung „Bild am Sonntag“.

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Die Gewerkschaft plant für Montag Warnstreiks, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Genauer Zeitpunkt, Ausmaß und regionale Schwerpunkte sollen kurzfristig bekanntgegeben werden. Weselsky sagte dazu lediglich: „Der erste Arbeitskampf wird nicht länger als drei Stunden dauern, aber eine sehr wirksame Aktion sein.“

Der Fahrgastverband Pro Bahn fürchtet erhebliche Behinderungen für Reisende und Berufspendler und rief die Lokführer zur Rücksichtnahme auf. Die Bahn wirft der GDL Willkür vor. Verkehrsminister Peter Ramsauer mahnte, Berufspendler dürften nicht als Geiseln genommen werden. GDL-Chef Weselsky forderte Ramsauer daraufhin zu Zurückhaltung auf. „Ich erwarte vom Minister, dass er sich nicht in Tarifverhandlungen einmischt“, sagte Weselsky.

Für Verärgerung sorgen die Lokführer auch bei der konkurrierenden Bahngewerkschaft EVG. „Wenn man es sich vermiesen will mit den Kunden, dann macht man das so wie die GDL“, kritisierte der EVG-Vorsitzende Alexander Kirchner im „Tagesspiegel“. Zugleich warnte er die Arbeitgeber, den Forderungen der Lokführer nachzugeben. „Wenn die Arbeitgeber der GDL einen besseren Abschluss als mit uns zugestehen, wird das weitreichende Konsequenzen haben“, sagte Kirchner. Dann werde die EVG Nachverhandlungen fordern und gleiche Bedingungen verlangen. Die GDL verlangt einen Branchentarifvertrag für die etwa 26.000 Lokführer.

Die Gespräche mit der Bahn und ihren sechs großen privaten Konkurrenten blieben bislang erfolglos. Die EVG dagegen hatte sich mit den sieben Unternehmen im Januar auf einen Branchentarifvertrag für die Beschäftigten im Regionalverkehr geeinigt. Zudem verständigte sich die EVG mit der Deutschen Bahn auf Lohnerhöhungen, die bis Ende 2012 rund fünf Prozent betragen sollen.

7 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 21.02.2011, 20:13 UhrAnonymer Benutzer: shadow dancer

    Ganz schnell das Schienennetz verstaatlichen und den Rest privatisieren und die Märkte öffnen - wo ist hier eigentlich das
    Problem ?

  • 20.02.2011, 19:57 UhrAnonymer Benutzer: c-nes

    Das ist schon erstaunlich, viele Leute reiben sich verwundert die Augen, daß die Lokführer streiken. So als wäre das noch nie vorgekommen. Diese Lokführer sind per se gering qualifiziert (mal ehrlich so einen Zug kann doch jeder 12jährige steuern), sie bilden sich aber ein sie seien Pilot eines Verkehrsflugzeugs. Dabei lehnen Sie sich zurück und sonnen sich in der Monopolmacht der Deutschen bahn. Auch seltsam, wir verlangen von den Griechen, daß sie ihren Arbeitsmarkt öffnen und berufsgruppen wie busfahrer sich dem Wettbewerb stellen müssen (also Abschaffung von Quotierung).

    busfahrer, verfügen über eine vergleichbare Qualifikation, verdienen aber allenfalls die Hälfte eines Lokführers. Und das Trotz des Umstandes, daß regionale busbetriebe ebenfalls über ein Monopol (Gebietsmonopol) verfügen. Wenn briefträger streiken, dann schreiben wird halt eine E-Mail oder holen das alte Faxgerät aus dem Keller.

    Unsere Politiker unterschlagen den Umstand, daß dieser krasse Missbrauch durch die Lokführer vielen hart arbeitenden Menschen arg auf die Arbeitsmoral schlägt, wenn man sich täglich dem Wettbewerb stellen muss. Niemand verlangt, daß die Tarifautonomie verletzt werden soll, nur das bahnmonopol muss endlich rigoros und NiCHT sozialverträglich zu Fall gebracht werden.

  • 20.02.2011, 18:34 UhrAnonymer Benutzer: Hägar Schmidt

    Zwei Fragen:
    - was verdient so ein Lokführer eigentlich (mit allen Zulagen)?
    - wo stünden wir jetzt alle, wenn wir der unterbelichteten grünen ideologie gefolgt wären und alle auf die bahn umgestiegen wären? Da weiß ich aber schon die Antwort: dumm da.

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