Tarifkonflikt: Metallindustrie droht bundesweiter Streik

Tarifkonflikt: Metallindustrie droht bundesweiter Streik

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Ein Transparent der IG Metall mit der Forderung nach acht Prozent mehr Lohn hängt am Mittwoch (05.11.2008) am Werkstor des Eisenacher Opelwerkes. Für eine halbe Stunde legten rund 300 Beschäftigte ihre Arbeit nieder und beteiligten sich an dem Warnstreik. Damit setzt die IG Metall am Mittwoch ihre Warnstreiks in Thüringen fort. Die Gewerkschaft verlangt acht Prozent mehr Geld, hat bislang aber von den Arbeitgebern nur ein Angebot über 2,1 Prozent plus Einmalzahlung erhalten. Foto: Hendrik Schmidt dpa/lth (c) dpa - Bildfunk

Die IG Metall droht mit bundesweiten Streiks in der Metall- und Elektroindustrie ab dem 17. November, falls die laufenden Tarifverhandlungen scheitern. „Wenn wir am 11. November das Scheitern feststellen sollten, werden wir am 13. in die Urabstimmung gehen und dann am Montag darauf mit Streiks beginnen“, sagte der IG-Metall-Bundesvorsitzende Berthold Huber bei einer Protestkundgebung in Neckarsulm.

 „Wir sind überall auf einen Streik vorbereitet: von Friedrichshafen bis Kiel und von Emden bis Cottbus“, so  Huber weiter. Die Arbeitgeber reagierten darauf gelassen. „Wir werden alles tun, um einen großen Arbeitskampf zu verhindern“, sagte Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser in Hannover. „Aber wenn er uns aufgezwungen würde, würden wir uns dem nicht entziehen.“

Nachbessern wollen die Arbeitgeber ihr Angebot von 2,1 Prozent für 2009 und 0,8 Prozent für November und Dezember bislang nicht. Die Gewerkschaftsforderung von acht Prozent sei überhöht. „Wir bieten eine Reallohnsicherung an. Das ist ein ausgewogener und durchdachter Lösungsvorschlag“, sagte Kannegießer.

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Warnstreiks bei vielen Autobauern

Vor 6000 Gewerkschafts-Mitgliedern forderte Huber die Arbeitgeber hingegen erneut zur Aufbesserung ihres Angebots auf. „Am nächsten Dienstag hat der Arbeitgeberverband Südwestmetall dazu die letzte Chance.“ Die Arbeitgeber hätten es selbst in der Hand, die IG Metall sei nicht auf Krawall aus, sagte Huber, der die 3,6 Millionen Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie vertritt.

Die Beschäftigten unterstrichen ihre Forderungen erneut mit Warnstreiks, etwa bei Audi, Porsche, Opel und Ford sowie zahlreichen mittelständischen metallverarbeitenden Betrieben bundesweit. Schwerpunkt der Aktionen, an denen sich erneut mehrere Zehntausend Arbeitnehmer beteiligten, war Nordrhein-Westfalen.

Bundesweit seien durch die Warnstreiks der vergangenen Tage bereits mehr als 25.000 Arbeitsstunden verloren gegangen, klagte Kannegießer. Um die Belastungen für die Betriebe so gering wie möglich zu halten, setzten die Arbeitgeber weiter auf eine schnelle Einigung. „Wir gehen nicht in den Schmollwinkel. Wenn wir die Chance auf eine Lösung sehen, wird nächste Woche verhandelt.“

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