Tarifkonflikt: Post und Gewerkschaft einigen sich - Streik abgewendet

Tarifkonflikt: Post und Gewerkschaft einigen sich - Streik abgewendet

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Briefzusteller in Düsseldorf

Postkunden können aufatmen: Die Deutsche Post und die Gewerkschaft Verdi einigten sich doch noch auf einen Tarifabschluss für die rund 130.000 Beschäftigten. Die ab Freitag drohende Streikgefahr ist damit abgewendet.

Erst kurz vor der Einigung hatte Verdi bekanntgegeben, dass eine Urabstimmung mehr als 90 Prozent Zustimmung für einen Arbeitskampf ergeben hat.

Nach wochenlangen Verhandlungen verständigten sich beide Parteien am Nachmittag schließlich auf eine Verlängerung des Kündigungsschutzes bis zum 30. Juni 2011, eine gestaffelte Erhöhung der Löhne und eine Reduzierung bezahlter Pausen. Die Einigung steht noch unter dem Vorbehalt einer Zustimmung der gewerkschaftlichen Tarifkommission.

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Mit der Urabstimmung hatte Verdi in den vergangenen Tagen mit der Urabstimmung über einen unbefristeten Streik den Druck auf den Konzern weiter erhöht. 93,1 Prozent der Verdi-Mitglieder sprachen sich für einen unbefristeten und flächendeckenden Arbeitskampf aus.

Hauptstreitpunkt war vor allem die Forderung der Post AG, die Arbeitszeiten im Konzern zu erhöhen. Nach der nun vereinbarten Einigung wird die wöchentliche Arbeitszeit der tariflichen Mitarbeiter aber bei 38,5 Stunden belassen. Als Ausgleich dafür hat die Deutsche Post nach eigenen Angaben die Reduzierung bezahlter Pausen durchgesetzt, was einer Mehrarbeit von rund 50 Minuten pro Woche gleichkomme.

Löhne steigen gestaffelt

Die Löhne werden nach Post-Angaben zum 1. November dieses Jahres um vier Prozent und im Dezember 2009 noch einmal um weitere drei Prozent erhöht. Außerdem erhalten die Arbeitnehmer eine Einmalzahlung in Höhe von 200 Euro.

Verdi hatte eine Erhöhung der Löhne um sieben Prozent gefordert. Zugleich soll der so genannte Beschäftigungspakt laut Konzernangaben bis zum 30. Juni 2011 um 39 Monate verlängert werden. Der Pakt schließt laut Konzern betriebsbedingte Kündigungen aus.

Der Personalvorstand der Deutschen Post, Walter Scheurle, zeigte sich zufrieden, dass es zu einer Einigung am Verhandlungstisch gekommen ist: „Trotz schwieriger Rahmenbedingungen haben wir einen für beide Seiten tragfähigen Kompromiss erzielt“, sagte er.

Die Arbeitszeit der Post-Beamten werde - abweichend von der für andere Bundesbeamte geltenden Regelung - bei 38,5 Wochenstunden belassen, berichtete die Post AG. Voraussetzung sei jedoch dass der Bundesfinanzminister zustimme. Auch für diese Beschäftigtengruppe sollen die bezahlten Pausenzeiten reduziert werden.

Die Laufzeit des Tarifvertrags geht bis zum 30. Juni 2010. Die Gewerkschaft hatte ein erstes Angebot der Post am 19. April abgelehnt und die Tarifgespräche damit für gescheitert erklärt.

Erst am Vormittag waren die Verhandlungen wieder aufgenommen worden, nachdem beide Seiten Gesprächsbereitschaft signalisiert hatten.

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