Technologie: IBM und Ebay überraschen mit guten Zahlen

Technologie: IBM und Ebay überraschen mit guten Zahlen

Bild vergrößern

Frühlingsstimmung bei Ebay: Der Konzern hob gestern seine Prognose für das Gesamtjahr an. Auch Technologieriese IBM präsentierte sehr gute Zahlen.

Keine Spur von Rezession bei US-Technologieunternehmen: Der US-Technologieriese IBM und das weltgrößte Online-Auktionshaus Ebay haben gestern überraschend gute Zahlen für das erste Quartal vorgelegt. Bei Ebay macht sich das neue Gebührenmodell und der Chefwechsel offenbar bezahlt. IBM profitierte vom schwachen Dollar. Der wahre Wachstumstreiber beider Firmen liegt im Ausland.

Zwar deuten in den USA viele Zeichen auf eine baldige Rezession hin - in den Quartalszahlen der Technologiefirmen schlägt sie sich noch nicht nieder: IBM und Ebay meldeten gestern ein starkes erstes Quartal und hoben ihre Prognosen für das Gesamtjahr an.

Beim Internet-Auktionshaus Ebay fiel der Quartalsanstieg deutlich aus:  Das Unternehmen steigerte den Überschuss im ersten Quartal um 22 Prozent auf 460 Millionen Dollar (288 Millionen Euro). Der Umsatz kletterte um 24 Prozent auf 2,2 Milliarden Dollar. Beide Zahlen lagen über den Analystenschätzungen. Mit diesen Zahlen im Rücken hob Ebay auch seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr an. "Das war ein sehr starkes Quartal“, sagte der neue Konzernchef John Donahoe gestern nach US-Börsenschluss. Wegen Wachstumsproblemen hatte eBay zuletzt sein Gebührenmodell geändert und den Chef ausgewechselt.

Anzeige

Gute Zahlen präsentierte gestern auch der Computer- und IT-Riese IBM: Dank eines starken internationalen Geschäfts hat IBM im ersten Quartal einen überraschend großen Gewinnsprung erzielt. Für das Gesamtjahr erhöhte der Konzern seine Ergebnisprognose. IBM habe eine guten Start ins Jahr hingelegt, sagte Konzernchef Samuel Palmisano. „Wir sind für den Rest des Jahres sehr zuversichtlich.“

Unter dem Strich verdiente IBM 2,3 Milliarden Dollar und damit gut ein Viertel mehr als vor einem Jahr. Der Umsatz stieg um 11 Prozent auf 24,5 Milliarden Dollar (15,4 Euro), teilte das Unternehmen gestern am Firmensitz in Armonk (US-Bundesstaat New York) mit.

Beide Konzerne profitierten von ihrer internationalen Ausrichtung. Doch die Gründe für die Zuwächse waren unterschiedlich: Während Ebay vom starken Wachstum seiner Auslandstöchter und dem neuen Gebührenmodell profitierte, verhalf der schwache Dollar IBM zu einem kräftigen Gewinnsprung.

Ebay wächst außerhalb USA besonders stark

Ebay erwirtschaftet mehr als die Hälfte seiner Umsätze außerhalb der USA und wächst dort doppelt so stark. Deutschland ist für eBay mit rund 14,5 Millionen aktiven Mitgliedern der zweitgrößte Markt nach den USA. Das neue Gebührenmodell zeige bereits erste positive Wirkung, sagte Donahoe in einer Telefonkonferenz. So stieg die Zahl der eingestellten Artikel im ersten Quartal um zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Dem Konzern kommen zunehmend Wettbewerber wie der Internet- Einzelhändler Amazon ins Gehege. Im Gegenzug macht eBay immer mehr Geschäft als Handelsplattform mit Verkäufen ohne Versteigerung.

Neben den Online-Marktplätzen zählen das elektronische Bezahlsystem PayPal und der Internet-Telefondienst Skype zu eBay. Weil Skype hinter den Erwartungen zurückbleibt, wurde mehrfach über einen Verkauf etwa an den Online-Konzern Google spekuliert. Die bislang zurückhaltende Prognose für das Gesamtjahr hob eBay an: Der Umsatz soll nun 2008 zwischen 8,7 und 9,0 Milliarden Dollar liegen. Beim Gewinn je Aktie erwartet eBay 1,35 bis 1,40 Dollar. Donahoe hatte Ende März die seit fast zehn Jahren amtierende Meg Whitman abgelöst.

IBM profitiert von schwachem Dollar

IBM kam der schwache Dollar zugute: Der Konzern erzielt bereits zwei Drittel der Einnahmen fern der Heimat und profitierte daher auch massiv vom schwachen Dollar. Ohne Wechselkurseffekte wäre der Umsatz nur um vier statt elf Prozent gestiegen. Besonders stark wuchs IBM erneut in Schwellen- und Entwicklungsländern.

Mit seinen Ergebnissen übertraf IBM die Erwartungen der Analysten deutlich. Die Aktie stieg im nachbörslichen Handel um rund drei Prozent auf 123,50 Dollar. Zuvor hatte sie bereits im Tagesverlauf ebenfalls fast drei Prozent zugelegt. Als Schwergewicht ist IBM ein wichtiger Leitwert der gesamten Technologiebranche.

Die guten Zahlen wurden am Markt als weiterer Lichtblick interpretiert. Tags zuvor hatte schon der Chipriese Intel einen zuversichtlichen Ausblick präsentiert. In der IBM-Servicesparte stieg der Umsatz besonders stark um 17 Prozent. Sie liefert mehr als die Hälfte der Konzernerlöse. Auch mit Software erzielte IBM 14 Prozent mehr Umsatz. Im Hardware-Bereich fielen die Einnahmen dagegen um fast 7 Prozent. Der Gewinn je Aktie stieg im ersten Quartal von 1,21 auf 1,65 Dollar. Für das Gesamtjahr erwartet IBM nun mindestens 8,50 statt 8,25 Dollar je Anteilsschein.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%