
Vor allem bei der Solartechnik erwarten Branchenexperten in den kommenden Monaten einen Run auf das eine oder andere Unternehmen. Denn die Kurse sind unten, die Finanzkrise drückt bei den Herstellern auf Preise und die Margen. Das setzt eine Konsolidierung in Gang. Vorbild ist die Windkraft, in die Konzerne wie Siemens und Erzrivale General Electric eingestiegen sind, als sich Markt und Technologien entwickelt hatten und die Kurse am Boden lagen. Ähnliches zeichnet sich nun auch in der Solartechnik ab. „Am Ende des Bereinigungsprozesses werden zehn bis zwölf große Unternehmen auf der Welt übrig bleiben“, sagt Frank Asbeck, Chef des Anbieters Solarworld aus Bonn.

Doch es wird nicht leicht für Siemens, auf diese Weise das grüne Geschäft auszuweiten oder im Übernahmekampf zum Zuge zu kommen. Der Elektrokonzern Bosch beispielsweise expandiert ebenfalls aggressiv in die Umwelttechnik und hat bereits im vergangenen Jahr zugeschlagen, indem er für eine Milliarde Euro den Solarzellenhersteller Ersol aus Erfurt übernahm.

Gegenwind kommt mit Sicherheit auch aus den USA. Präsident Obama hat ausdrücklich das Geschäft mit erneuerbaren Energien und grüner Technologie als wichtiges Segment für finanzielle staatliche Unterstützung auserkoren. Auch für viele Risikokapitalgeber im kalifornischen Silicon Valley, eigentlich bekannt für die IT-Industrie, gilt grüne Technologie längst als „das nächste große Ding“: Die Renditeerwartungen sind ähnlich groß wie beim Start des Internets vor 15 Jahren. Die bisherige Hochburg der Computerei strebt mit voller Kraft nach der Vormacht bei Greentech.
Gegenwind gegen Siemens-Strategie kommt aus den USA
Genau darin aber liegt im Zusammenspiel mit den staatlichen Fördermitteln eine Gefahr für Siemens. „Die Subventionen für Umwelttechnik in den USA verfügen natürlich über einen gehörigen Schuss Protektionismus“, sagt UniCredit-Analyst Pitz. Stärkt Obama vor allem die heimische Industrie, damit in erster Linie diese die erwarteten Aufträge zur umweltfreundlichen Erneuerung ihrer Anlagen erhält, erschwert dies ausländischen Anbietern, mit US-Unternehmen ins Geschäft zu kommen.
Siemens käme dies höchst ungelegen. Entgegen der bisherigen Zuversicht schlug Finanzchef Kaeser auf einer Investorenkonferenz in New York vor zwei Wochen erstmals deutlich pessimistischere Töne an. Ihm zufolge waren die Bestellungen im letzten Quartal 2008 rund acht Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum. Trotzdem blieb Kaeser bei seiner Prognose, den Gewinn im Ende September endenden Geschäftsjahr 2009 um rund 20 Prozent auf 8,0 bis 8,5 Milliarden Euro zu steigern.
Wie richtig Kaeser und Löscher mit ihrer Prognose in der sich verschärfenden Wirtschaftskrise liegen, werden sie schon bald beweisen müssen. „Wir glauben, dass Siemens seine Ziele deutlich untertreffen wird“, sagt BHF-Bank-Analyst Jochen Klusmann, der seine Gewinnschätzung auf 6,9 Milliarden Euro reduziert hat. Auch Kollege Adrian Hopkinson von der WestLB hält Siemens schlicht für „zu optimistisch“. Er erwartet eine revidierte Prognose – und zwar bereits „auf der Hauptversammlung“.














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Alle Kommentare lesen26.01.2009, 20:59 UhrAnonymer Benutzer: Hägar Schmidt
Jetzt werden alle "grün" - die unglaubliche Umweltpropaganda wird die nächste spektakuläre börsenblase generieren. Wir werden womöglich sogar einen "Grünen börsenindex" erleben, der ähnlich wie der Neue Markt explodieren wird. Andere Werte werden mitgezogen, wir werden eine Dax-Spitze im kommenden Jahr bei 10,000 sehen.
Das alles wird durch die immer schnellere Übertragung des Vermögens vom Volk (durch Staatsschulden und die resultierenden STeuern) zu der Oberschicht gekennzeichnet sein. War in den letzten 15 Jahren schon mehrfach so.
Wie dem auch sei: wer die Welle mitreiten will, der kann jetzt Dax-Fonds kaufen. Er darf bloss nicht vergessen, nach 150% Gewinn auszusteigen, denn die nächste Krise wird die aktuelle weit übertreffen. Dann werden nämlich nicht nur banken, sondern ganze Staaten zusammenklappen...