Technologie-Konzern: Siemens zeigt Interesse an Areva-Energieübertragungssparte

Technologie-Konzern: Siemens zeigt Interesse an Areva-Energieübertragungssparte

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Siemens ist an der französischen Energieübertragungssparte von Areva interessiert

Siemens hat Interesse an der Stromübertragungssparte des französischen Energietechnikkkonzerns Areva angemeldet.

„Wir arbeiten mit Areva sehr gut zusammen. Was die T&D-Sparte angeht: Wenn Areva das an uns verkaufen möchte, weiß sie, wo sie anrufen muss. Dann würden wir das prüfen“, sagte Siemens-Finanzchef Joe Kaeser am Rande einer Veranstaltung gestern Abend in Frankfurt. Bislang sei sein Haus aber noch nicht von den Franzosen informiert worden, dass deren Stromnetztechnik (T&D) zum Verkauf stünde. Kreisen zufolge erwägt der staatlich kontrollierte französische Konzern sich von dem Geschäft zu trennen, um eine zwölf Milliarden Euro große Finanzierungslücke zu stopfen.

Analysten schätzen den Wert des Geschäftsfelds, der 40 Prozent des Gesamtumsatzes von Areva ausmacht, auf bis zu fünf Milliarden Euro. Frankreichs Finanzminister hatte jüngst gefordert, Areva solle sich auf sein Kerngeschäft konzentrieren und hatte dabei die Kerntechnik genannt, die Übertragungssparte allerdings nicht erwähnt. Der vor allem auf Atomenergie spezialisierte Konzern hatte die T&D-Sparte 2005 für 950 Millionen Euro von der damals notleidenden Alstom erworben. Das wieder profitable Unternehmen würde das Geschäft gerne zurückkaufen. Siemens könnte das Interesse an Arevas T&D-Geschäft als Verhandlungsmasse im Poker um die Beteiligung an der gemeinsamen Kernkraftwerkstochter Areva NP einsetzen.

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Der Münchener Konzern will seinen Anteil von 34 Prozent an die Franzosen abgeben und in den kommenden Wochen lieber ein neues Joint Venture mit der russischen Rosatom eingehen. Areva wertet das als Vertragsbruch und hat Siemens deshalb verklagt. Den Wert des Siemens-Anteils haben die Franzosen auf etwa zwei Milliarden Euro veranschlagt.

Weiterer Ausbau möglich

Der Technologiekonzern könnte allerdings angesichts mittelfristig schwindender Umsätze in seiner Energietechniksparte das Segment im Falle des Kaufs weiter ausbauen. Kaeser rechnet für die Siemens-Energietechnik ab dem ersten Halbjahr des kommenden Geschäftsjahres (ab Oktober) mit einem Auftragseingang unter dem Umsatzniveau und damit später mit schwindenden Einnahmen.

Die zuletzt von der Wirtschaftskrise gebeutelten Teile der Industriesparte könnten sich allerdings ab dem Frühjahr 2010 wieder erholen. „Wenn man eine Arbeitshypothese wagt, dann ist in der zweiten Geschäftsjahreshälfte 2010 bei den Kurzzyklikern im Industriebereich der Aufschwung wieder zu sehen“, sagte er. Bei Siemens leiden derzeit besonders das Geschäft mit Industrieautomatisierung und elektrischen Antrieben sowie die Lichttechniktochter Osram unter dem Konjunkturabschwung.

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