Technologie und Raumfahrt: Bremer OHB bewirbt sich um neue Raumfahrt-Projekte

Technologie und Raumfahrt: Bremer OHB bewirbt sich um neue Raumfahrt-Projekte

von Gerhard Bläske

Nach dem Erfolg des Konsortiums aus dem französisch-italienischen Thales-Alenia-Konzerns und des Bremer Technologie- und Raumfahrtunternehmens OHB gegen die EADS-Tochter Astrium im Wettbewerb um den Milliardenauftrag für die Meteosat-Wettersatelliten sieht OHB-Chef Marco Fuchs sein Unternehmen in einer neuen Dimension: „OHB ist als Systemlieferant in die Champions League aufgerückt“, sagte er der WirtschaftsWoche.

„Das ist für den Technologiestandort Deutschland nachhaltiger als wenn Astrium die Systemführerschaft gehabt hätte“, sagte der Chef des Mittelständlers. Das Bundesverkehrsministerium in Berlin hatte sich massiv für Astrium eingesetzt, während Paris Thales-Alenia-OHB unterstützte.

Auf die OHB entfällt laut Fuchs bei dem Auftrag im Umfang von bis zu 1,5 Milliarden Euro ein Auftragsvolumen von 600 Millionen Euro. In Bremen und München werden jeweils 30 neue Arbeitsplätze dafür entstehen. „Dass OHB so erfolgreich ist, liegt auch daran, dass der staatliche Kunde Interesse an Wettbewerb hat“, erklärt sich der Unternehmens-Chef den Erfolg seines Unternehmens, das mit seinen mittelständischen Strukturen einen Vorteil habe. „Wir brauchen keinen Monopolisten in Europa“, sagte Fuchs mit Hinweis auf die Bemühungen der EADS, die europäischen Kapazitäten in der Raumfahrt zu bündeln.

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Fuchs Ehrgeiz ist noch lange nicht gestillt. Er will sich bei der künftigen Trägerrakete Ariane 6 um höhere Auftragsvolumen bewerben und auch ein Angebot für den Aufbau eines schnellen Datenaustauschs für die europäische Weltraumbehörde ESA abgeben. Zudem schaue sich OHB nach Übernahmekandidaten um.

Zu klein für die Luftfahrt

„Wir wollen uns um den Auftrag für den European Data Relay Satelliten (EDRS) bewerben. Da streben wir die Gesamtverantwortung an“, sagte Fuchs der am Montag erscheinenden WirtschaftsWoche. „Auf der Basis unserer neuen Satelliten-Plattform will die europäische Weltraumbehörde ESA einen schnellen Datenaustausch mit den neuen GMES-Umweltsatelliten ermöglichen. Es geht um 120 Millionen Euro, die Entscheidung soll noch 2010 fallen. Außerdem wollen wir bei der künftigen Trägerrakete Ariane 6, der Nachfolgerin der Ariane 5, wo wir zehn Prozent des Auftragsvolumens haben, noch höhere Anteile haben.“

Fuchs räumt ein, dass OHB, die insgesamt mit rund 1600 Mitarbeitern auf einen Umsatz von 322 Millionen Euro kommt, im Geschäftsbereich Luftfahrt zu klein sei. „Ja, wir sind da zu klein, um auf Dauer wettbewerbsfähig zu sein. Langfristig muss sich das ändern. Wir müssen in eine vernünftige Größenordnung kommen und schauen uns langfristig auch nach Akquisitionsmöglichkeiten um.“

Keine Chance sieht Fuchs, dass das Galileo-Satellitensystem wie zuletzt geplant 2013 in Dienst geht. „Wir liefern den ersten Satelliten Ende 2012, den letzten 2014. Damit kann das Gesamtsystem erst 2014 in Betrieb gehen.

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